Dass sich der Brandenburgligist MSV Neuruppin auf dem Spielermarkt wegen einer angespannten Personaldecke in der Corona-bedingten Pause nicht nur umsieht, sondern die Fühler in die höhere Spielklasse ausfährt, hatte Abteilungsleiter Stefan Prüfer angekündigt. Doch dass sich der Tabellenzweite einen Viertliga-Spieler angelt, überrascht schon. Daniel Muniz dos Santos soll mit der Wiederaufnahme des Spielbetriebs helfen, die Offensive zu verstärken.

Verstärkung aus der Regionalliga ist beim MSV Neuruppin für die Offensive eingeplant

Der 28-jährige Brasilianer trug bereits das Trikot des Landesligisten aus Warnemünde, des Verbandslisten Rostocker FC, das des Oberligisten aus Wismar und aus Malchow sowie zuletzt das Dress von Regionalligist FSV Luckenwalde. Er bat dort jedoch aus persönlichem Grund um die Vertragsauflösung. „Seine Familie wohnt in Rostock, das Pendeln geht auf Dauer nicht“, erklärt Stefan Prüfer.
Er kennt den Brasilianer schon seit elf Jahren aus gemeinsamen Zeiten in Pritzwalk. Dort kickte Santos erst bei den Junioren, dann unter Trainer Jan Kistenmacher – heute noch FSV Luckenwalde, der jedoch sein Traineramt zum Ende der Saison abgibt. Sportlicher Leiter in Pritzwalk war damals Stefan Prüfer. Der Kontakt riss nie ab.

Wirbelwind dos Santos noch ohne Treffer in der Regionalliga

Daniel Muniz dos Santoz ist beidfüßig, sehr schnell auf den Beinen und dürfte einer für die Außenbahn sein. Er ist neben Rafael Prudente und Gabriel Machado bereits der dritte Südamerikaner im MSV-Team und auch der dritte für die Offensive. FSV-Trainer Jan Kistenmacher setzte ihn siebenmal in dieser Saison ein, im August-Testspiel beim MSV jedoch nicht.

Aktuell stünden dem MSV Neuruppin nur 14 Feldspieler zur Verfügung

18 Spieler gehören derzeit zum Kader des ambitionierten Neuruppiner Teams, darunter zwei Torwarte und zwei Langzeitverletzte, Marcus Lemke und auch Robin Hink. „Bleiben 14“, rechnet Prüfer vor. Das seien zu wenig für die Saisonziele, legt sich der Abteilungsleiter fest.
Er trägt zwar zwei weitere Haselnüsse in der Tasche, will sie derzeit jedoch unter Verschluss halten. Noch. Die Ablösemodalitäten seien final nicht besprochen. Prüfer geht aber davon aus, dass das Okay in diesem Kalenderjahr von den abgebenden Vereinen kommt.

Die Neuruppiner stellen sich in der Corona-Zwangspause auf ein Mammutprogramm ein

Wird die Serie wieder aufgenommen, dann haben die Neuruppiner ein Mammutprogramm vor der Brust: Das Pokalspiel um den Einzug ins Halbfinale sowie neun Punktspiele, um zumindest die Hinrunde sportlich abzuschließen und einmal auf jeden Gegner getroffen zu sein.