Seit 43 Jahren aktiv
Dies ist eine besondere Ehrung. Sie kann für Schiedsrichter beantragt werden, die länger als 20 Jahren aktiv als Unparteiische den Fußballsport unterstützen. Thorsten Foltin, geboren in Kyritz, wohnhaft in Neustadt und als Referee für den FK Hansa Wittstock an der Pfeife, ist seit seinem 14. Lebensjahr – sprich seit nunmehr 43 Jahren – als Schiedsrichter aktiv, hat mittlerweile mehr als 1000 Begegnungen geleitet. Eine stolze Zahl. Neben Foltin wurde in Kyritz auch  Hartmut Kielhorn (SSV Einheit Perleberg), Unparteiischer seit mehr als 55 Jahren, mit der Ehrennadel und Urkunde ausgezeichnet. Darüber hinaus gab es einen überaus warmen Applaus der anwesenden Kollegen entgegen.
Thorsten Foltin war gerührt: "Für mich war das eine große Überraschung, aber eine sehr, sehr schöne", bringt der allseits beliebte Fußball-Referee seine Freude zum Ausdruck. "Für mich hat diese Auszeichnung einen großen Wert. Sie ist eine tolle Anerkennung, zudem noch vom Fußball-Landesverband, dass man Woche für Woche auf dem Platz gestanden hat", so der 2,00-Meter-Mann. Für ihn sei jedes Spiel eine neue Herausforderung. "Ich freue mich jedes Mal aufs Neue, habe großen Spaß an der Schiedsrichterei. Und es gibt auch keinen Fußballplatz, auf dem ich nicht gerne war," versichert er glaubwürdig. Und das nimmt man dem sanftmütigen Hühnen auch ab.
Für das Wochenende am 14./15. März, jenes vor dem verordneten Spielbetrieb-Stopp, musste Thorsten Foltin, der nebenbei auch leidenschaftliche gerne für Schwarz-Rot-Neustadt kegelt, jedoch eine ungewollte Zwangspause von seinem geliebten Hobby einlegen. Denn der Neustädter stand zu diesem Zeitpunkt noch unter häuslicher Isolation aufgrund der Corona-Verdachtsfälle in Neustadt. "Tja, ich komme nicht raus. Was soll ich machen? Ich musste mich als nicht ansetzbar abmelden." Er ergänzt mit trauriger Stimme: "Leider".
Denn ansonsten steht Thorsten Foltin stets bereit. So wie am vorläufig letzten Spieltag am 8. März. Kreisliga-Spiel in Wildberg. TuS gegen Dreetz. "Ich helfe als Schiedsrichter gerne wieder in der Kreisliga aus. Das hat Spaß gemacht", so Foltin, der üblicherweise in der 1. Kreisklasse Spiele leitet. Wildberg gewann ein umkämpftes Spiel mit 3:2. Foltin, der von beiden Mannschaften im Nachgang gute Kritiken erhielt, musste lediglich zwei Gelbe Karten zücken. "Wie heißt es so schön: Der beste Schiri ist der, der unauffällig pfeift und bei dem man gar nicht merkt, dass er da ist!" Foltins Credo ist: "Das Pfeifen ist ein Hobby für mich, daher versuche ich, es auch so gut wie möglich zu machen." Die Vergütung, die ihm als Referee zusteht, sei dabei völlig nebensächlich. "Des Geldes wegen kannst du das nicht machen – finde ich", so Foltin.
Er kann sich noch daran erinnern, wie ihn ein Spruch als damals 14-jähriger Bub zum Schiedsen animiert hat. "Das war zu Juniorenzeiten bei Traktor Stüdenitz. Da gab es mal eine strittige Szene und ein Spieler oder der Schiedsrichter, ich weiß es nicht mehr ganz genau, hat dann zu mir gesagt: "Dann mach’ es doch selbst!" Für den jungen Thorsten Foltin war die Sache klar. Er griff wenig später selbst zur Pfeife und leitete als Schiedsrichter Juniorenspiele. "Ich habe dann meine ersten Erfahrungen gesammelt, später auch Alt-Herren-Spiele gepfiffen und bin irgendwann in den Männerbereich gewechselt."
Ruckzuck "erpfiff" sich der einstige Stürmer (Junioren) und Torwart (Männer) allerorten einen "guten Ruf", wie er nicht ohne Stolz erwähnt. Vor knapp 20 Jahren verließ Thorsten Foltin seinen Heimatverein Stüdenitz. Warum? Darüber hüllt er sich lieber in Schweigen. "Ich habe dann für andere Vereine gepfiffen, ehe er vor über zehn Jahren eine neue Heimat beim FK Hansa Wittstock fand. Für diesen Club ist er nach wie vor als Schiedsrichter aktiv. Foltin: "Dort fühle ich mich auch sehr wohl." Zuvor habe er eine halbe Saison für Rot-Weiß Kyritz, fünf Jahre für Schwarz-Rot Neustadt und knapp vier Jahre für Blau-Weiß Walsleben als Schiri die Ruppiner Plätze und auch einige außerhalb der Kreisgrenze angesteuert. Auf mehr als 1000 Ansetzungen kommt Thorsten Foltin bislang. Ein Ende ist nicht abzusehen. "Wenn es nach mir geht, leite ich noch solange Spiele, wie ich es kann. Ich bin zwar nicht mehr der athletischste Schiedsrichter im Kreis, aber ich kann noch gut mithalten. Wichtig ist, ich sehe immer noch gut", bricht ein herzliches Lachen aus ihm heraus.