„Das ist unser Königstransfer.“ Trainer Christian Kirchmeier und seinem Team von der Spielgemeinschaft Lindow/Hindenberger Füchse ist es gelungen, einen der besten Fußballer aufs Spielfeld zurückzuholen, die Grün-Weiß Lindow je hatte. Hannes Göhlke schnürt wieder die Töppen für seinen Heimatverein.

Als Kreismeister in die Landesklasse aufgestiegen

Damit endet eine Zeit, die mit ganz wenigen Unterbrechungen drei Jahre beträgt. Göhlke zählte in der Serie 2016/2017 noch zur Stammelf der Lindower, die damals als Kreismeister in die Landesklasse aufgestiegen ist. Zuvor gehörte er beim MSV Neuruppin sowohl zu den Junioren-Mannschaften in der Brandenburgliga als auch zum Herren-Team, das ebenfalls in der höchsten Spielklasse des Landes auf Punktejagd ging. Ab 2017 stufte er den Fußball in seiner Prioritätenliste ab, sprang aber dreimal ein, als sein Verein in personelle Not geriet. Selbst in der Serie 2018/2019 half er noch einmal aus, als der Kader der Grün-Weißen überwiegend aus polnischen Spielern bestand.

Sonntags passt weitaus besser

Und nun eine Rolle rückwärts? „Nein. Ich hatte gehört, dass in Lindow ein neues Team aufgebaut wird und will mich wieder mehr bewegen“, begründete der inzwischen 30-Jährige seine Rückkehr auf den Rasen. „Ich sah mir das beim Training mal an und entschloss mich, der Mannschaft zu helfen.“ Zweimal zum Training werde er es zwar in den seltensten Fällen schaffen, aber einmal schon. „Mich hat ja immer geärgert, dass wir in der Landesklasse sonnabends spielen mussten. Dass ist nun anders: Sonntags passt weitaus besser. Und der Aufwand bleibt ja überschaubar.“
Das liegt auch an seinem Lebensmittelpunkt, den er in Kyritz sieht. Bei seiner Freundin. „Die Auswärtsspiele sind ja beinahe ausschließlich im Großraum Kyritz.“ Und es sind nicht 30 Wochenenden plus X für den Fußball zu blocken. Die Kreisklasse-Staffel besteht aus zehn Mannschaften, also 18 Punktspiele bis Juni 2021. Hinzu kommt die Pokalrunde – am kommenden Sonntag Heimspiel gegen Kreisligist MTV Freyenstein (Anstoß 14 Uhr). Das ist es aber dann auch.

Muskelkater eingeplant

Hannes Göhlke wird wegen seiner herausragenden strategischen Fähigkeiten als Spielgestalter eingesetzt. Beim Comeback am vorigen Sonntag netzte er einen 18-Meter-Freistoß ein und staubte beim zweiten Treffer ab. Mitspieler Thomas Lehmann holte ebenfalls zu einem Doppelschlag aus, so dass Sieversdorf II mit 4:0 bezwungen wurde. „Am Freitagabend beim Training hatte ich noch Sorgen, dachte oh, oh, was soll das im Spiel werden? Aber am Sonntag hat das super Spaß gemacht. Unsere Abwehr hat prima gearbeitet.“
Mit ein wenig Muskelkater nach der langen Pause rechnete Hannes Göhlke. Die Beschwerden übersteigen jedoch die Befürchtungen, gestand er am Tag nach der Partie. Er spielte 90 Minuten durch, auch deshalb, weil die Ersatzbank der Spielgemeinschaft derzeit arg dünn besetzt ist. Lediglich zwei Spieler hatte Christian Kirchmeier zur Verfügung. Auch deshalb geht Hannes Göhlke in die Offensive: „Ein, zwei, drei unserer Ehemaligen würden der Elf sehr gut tun. Das sind durchweg Freizeitfußballer, da muss man schon Verständnis entwickeln, wenn ein Pass nicht ankommt. Aber in dieser Truppe steckt Potenzial.“