Nach dem Abpfiff vollführten die MSV-Fußballer und ihr Trainer Henry Bloch noch auf dem Platz einen Siegertanz. Sie hatten zuvor ein schweres Spiel gegen den Werderaner FC mit 3:1 für sich entschieden. Einen kurzen Moment später war die Siegerfreude jedoch verflogen. Die MSV-Spieler erfuhren, dass sich ihr Mannschaftskamerad Robin Hink kurz vor Spielende eine schwere Knieverletzung zugezogen hatte und mit dem Krankenwagen ins Klinikum gebracht werden musste. Damit bezahlte der MSV die drei Punkte teuer. „Es war das erwartet schwere Spiel. Werder hat es richtig gut gemacht, mit ihrem frühen Pressing haben die Gäste uns nie richtig ins Spiel kommen lassen. Doch auch solche Partie muss man erst einmal gewinnen“, sagte Doppeltorschütze und MSV-Kapitän Kevin Blumenthal.

Bittere Verletzung

Angesprochen auf die Verletzung von seinem Teamkollegen, legte der Abwehrchef seine Stirn in Falten. „Bitter“, sagte er. Eine genaue Diagnose, welche Verletzung sich Robin Hink zugezogen hat, lag am Sonntag noch nicht vor. Eine MRT-Untersuchung soll darüber Aufschluss geben, wie schlimm es den Verteidiger im Kniegelenk erwischt hat.

Nerviger Gegner

Die Gäste attackierten die Hausherren von Beginn an sehr früh, laufstark und intensiv störten sie erfolgreich deren Spielaufbau. Auch das frühe 1:0 gab den MSV-Kickern nicht mehr Selbstsicherheit. Einen Eckball köpfte Rafael Prudente Richtung Elfmeterpunkt, von wo Kevin Blumenthal artistisch per Seitfallzieher in der Drehung den Ball ins Gästetor beförderte. Zuvor hatte der 31-Jährige die Kugel im Strafraum super behauptet, seinen Körper zwischen Ball und Gegenspieler geschoben.
MSV Neuruppin gewinnt Heimspiel gegen Werder

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Werder zeigte sich nicht geschockt, störte weiterhin früh. Und die MSV-Abwehr leistete sich einige Ungenauigkeiten. Torwart Sabri Valzow bereinigte einen kleinen Patzer selber, wenig später rettete ein Abseitspfiff den MSV vor dem Ausgleich. Dann spielte sich Werder einmal super durch, Valzow war schon bezwungen, doch mit tollem Einsatz klärte Michel Klemz den Ball noch vor der Linie. Werders Torjäger Patrick Richter wollte schon jubeln. „Das war die Aktion des Spiels, wir haben heute sicher nicht gut gespielt, aber gekämpft und Wille gezeigt“, erklärte Blumenthal.

Super-Kombi mit Tor belohnt

Die bis dato beste Kombination des MSV führte zum 2:0. Florian Matthas setzte Michel Klemz gut in Szene. Dieser gin auf der rechten Seite ins Eins-gegen-Eins, blieb zwar hängen, doch Lukas Kraeft half mit, legte die Kugel stark zurück, sodass Torjäger Rafael Prudente - völlig freistehend - keine Mühe hatte, zum 2:0-Pausenstand zu vollenden.

Artistischer Kapitän trifft erneut

Auch nach dem Wechsel änderte sich wenig am Spiel. Werder störte weiter früh, gewann fast jeden zweiten Ball und stand in der Defensive sehr stabil. So hatte der Gast Feldvorteile, doch die MSV-Abwehr ließ keine klare Torchance zu. Auf der anderen Seite tauchte bei einer MSV-Ecke wiederum Blumenthal im Gästestrafraum auf und erneut beförderte er den Ball artistisch ins Tor. „Ein Doppelpack als Abwehrspieler ist schon schön“, strahlte er. „Keine Ahnung, wann ich zuletzt zweimal getroffen habe. Aber viel wichtiger war der Sieg, den wir erkämpft haben“, befand der Ersatz-Kapitän, der Marcus Lemke als Spielführer vertrat. Mit dem 3:0 war die Partie entschieden. Werder gab aber nicht auf und wurde durch einen schönen Freistoßtreffer zum 3:1 wenigstens mit dem Ehrentreffer belohnt. Tim Streuk hatte den Ball aus 21 Metern zentraler Position satt getroffen.

MSV: Valzow; Blumenthal Vladimirow, Haack, Klemz (75. Hink), Machado (46. Logins), Kraeft, Matthas, Malak (60. Japs), Kratz (46. Lemke), Prudente (75. Milushev)