Die Partie in Lübben wird MSV-Trainer Henry Bloch wohl nie vergessen, nicht wegen der unnötigen 2:3-Niederlage, sondern weil er findet: „So ein Elfmeterpfiff ist einfach unglaublich.“ Über die Szene in der 63. Minute dürfte noch viel geredet werden.

MSV verschläft die Anfangsphase

Der MSV verschlief trotz aller Warnungen die Anfangsphase, lag schnell 0:2 hinten. Lübben begann intensiv, kampfstark - der MSV hingegen unkonzentriert. Vor dem Tor zum 1:0 verloren die Gäste im Mittelfeld einen zu lässig geführten Zweikampf, plötzlich sah sich Neuruppins Abwehrchef Kevin Blumental zwei Lübbenern gegenüber. Kurz danach bekam der MSV bei einem Eckball den Ball nicht aus der Gefahrenzone. Danach kam der MSV langsam auf Touren, kombinierte besser, bekam das Spiel in den Griff, erspielte sich gute Chancen. „Ich war da zuversichtlich, ein Tor und Lübben wird nervös“, so Bloch.

Glanztat verhindert Vorentscheidung

Doch zunächst ließen seine Kicker drei klare Chancen aus. Allerdings verhinderte MSV-Keeper Sabri Vaizov kurz vor der Pause mit einer Glanztat eine Vorentscheidung. Danach rannte der MSV weiter an, es gab Chancen fast im Minutentakt. Rafael Prudente, Michel Klemz (Pfosten) und Florian Matthäs scheiterten jeweils knapp. Nach einem Freistoß kam Vadim Logins an den Ball, spitzelte diesen zum 2:1 ins Tor. Nur wenig später erkämpfte sich Klemz den Ball, passte toll auf Prudente, der zum 2:2 einschoss.

Erst im Vorteil, dann der Schock

„Wir waren klar im Vorteil, dann gab es den Schock“, so der Neuruppiner Trainer. Einen harmlosen Lübbener Freistoß fing Gästetorwart Vaizov sicher. Er wollte das Spiel schnell machen, rannte mit dem Ball in der Hand Richtung Strafraumgrenze, um einen gezielten Abschlag zu machen. Ein Lübbener stellte sich ihm in den Weg. Es kam zum Zusammenprall, der Lübbener ging zu Boden. Und zur Überraschung aller pfiff der Schiedsrichter Elfmeter für die Hausherren. „Ich dachte okay, Freistoß für uns, doch denkste“, konnte es Henry Bloch nicht fassen. Nach Konsultation mit seinem Linienrichter blieb der Schiedsrichter bei seiner Entscheidung Elfmeter. Lübben nahm das Geschenk an, und Bloch war bedient: „Das war wie ein Schlag ins Gesicht und tut richtig weh. Wir sind am Drücker, dann bekommst du so ein Gegentor.“

Struktur und Spieler verloren

Zwar rannte der MSV danach an, aber nun fehlte es auch an Struktur im Neuruppiner Spiel. „Nicht nur ich, auch die Spieler waren geschockt“, stellte Bloch klar. Zu allem Überfluss sah Yulian Vladimirov noch die Ampelkarte (90.+1).
Damit werden die Personalsorgen der Neuruppiner immer größer. Verletzungsbedingt werden Robin Hink (Innenbandriss) und Marcus Lemke (Kapselverletzung) in der Hinrunde nicht mehr auflaufen können, nun kommen noch zwei Gesperrte dazu. „Klar, man kann verlieren, aber doch nicht so. Zum Glück hat auch die Konkurrenz gepatzt“, wollte Bloch diesem Spieltag zumindest noch etwas Positives abgewinnen.