Durch den knappen 2:1-Heimsieg über die SpVgg Gühlen-Rägelin/Rägelin hat der TuS Wildberg den Anschluss an das Tabellenmittelfeld der Kreisliga Ost hergestellt. Doch nicht nur deshalb sehen die Wildberger um Trainer Detlef Werth inzwischen der Zukunft optimistischer entgegen. Der gewünschte Verjüngungsprozess des Teams nimmt Gestalt an.
Seit Jahren veränderte sich die Wildberger Elf nur punktuell, dadurch entwickelte sich zwar ein toller Teamgeist, aber langsam kommen die Spieler in die Jahre. Die meisten zählen um die 30 Lenzen. Verletzungs- und arbeitsbedingt gab es zuletzt oft Personalprobleme.

Zahlreiche Ex-MSV-Spieler reaktiviert

Jüngere Spieler ins Team einzubauen, war schon lange der Wunsch beim TuS. Dies gelang aber nur vereinzelt. „Der Wunsch ist da, doch das ist für einen kleinen Dorfverein nicht so einfach. Andere Vereine locken da schon eher jüngere Spieler an, manchmal auch mit Geld“, so Werth. So halfen in der Vorsaison und zum Start der neuen Spielserie immer wieder Alt-Herren-Kicker im Wildberger Kreisligateam aus. Das könnte jetzt der Vergangenheit angehören.
„Um neue Spieler zu bekommen, vor allem jüngere, braucht man auch mal einen Zufall“, sagt Detlef Werth und führt fort, „oder Freundschaften oder Bekanntschaften. Jemand kennt jemanden, der einen kennt. Und so weiter“, umschreibt er. Leon Krüger ist solch ein Beispiel. Der 21-Jährige, der schon länger für TuS spielberechtigt ist, ist jetzt erst fit und wirbelt nun im Mittelfeld. „Er benötigt sicher noch etwas Spielpraxis“, findet Werth. Zudem freut sich der Coach über die Neuzugänge Lukas Herzig und Patrick Gebhardt, die, wie Krüger, eine MSV-Vergangenheit haben. Leon Krüger spielte bis in den A-Jugendbereich für den MSV, meist im Sturm. Ausgebildet wurde dort auch Lukas Herzig, der zum kommenden Wochenende spielberechtigt ist. Der 23-Jährige lief zuletzt für die zweite Männermannschaft des MSV auf, stieg aber im letzten Sommer nach dem Aufstieg in die Landesklasse aus.

Formalitäten zu klären

Bei Patrick Gebhardt hakt es noch an Formalitäten. „Ich bin im Gespräch mit dem MSV, hoffe da auf eine schnelle Lösung“, so Werth. Der MSV hat auch diesen Spieler freigegeben, nachdem es den Flügelflitzer im Sommer nach Potsdam zog und er daraufhin seine Zelte beim MSV abbrach.
Da auch Werths Sohn Odin (24) nach einer Verletzung langsam wieder in Schwung kommt und Nico Wolf (23), einst Kapitän der MSV-Reserve, nach einem Auslandsaufenthalt seine Heimkehr für Dezember angekündigt hat, entschärft sich die Personallage erheblich. „Die Hilfe durch die Alt-Herren war schon toll, es ist aber doch besser, wenn man sie nicht benötigt“, stellt Werth klar.

Spielerische Fortschritte gefordert

Durch den breiteren Kader erhoffen sich die Wildberger mehr Konkurrenzkampf und eine spielerische Steigerung. Das sollte mit den vielen Ex-MSV-Kickern möglich sein. Gegen Gühlen waren spielerisch einige gute Ansätze zu sehen. „Bis zum Strafraum sah es ganz gut aus, doch dann gab es diese unnötigen Flanken aus dem Halbraum und viele ungenauen Pässe in die gefährliche Zone“, ärgerte sich Werth. Wildberg war zwar vor allem nach der Pause klar überlegen, aber man belohnte sich nicht dafür. „Da fehlte auch manchmal die Ruhe, die nummerische Überzahl richtig auszuspielen.“ Denn die Gäste waren nur zu zehnt angereist. „Es waren ja gefühlte 30 Flanken in den Gästestrafraum, aber entweder waren sie zu ungenau oder die Stürmer waren noch gar nicht in Position gelaufen“, bemängelte der TuS-Trainer.
Auch das Defensivverhalten seines Teams begeisterte ihn nicht. „Gühlen erspielte sich in der ersten Halbzeit trotz Unterzahl Chancen, da mangelte es an der Abstimmung untereinander“, so Werth. So mussten er wie auch die Zuschauer beim Stand von 2:1 draußen zwar nicht zittern, aber die Möglichkeit, dass Gühlen doch noch einmal erfolgreich konterte, war da. Die Chancen zum 3:1 oder 4:1 waren vorhanden, da diese nicht genutzt wurden, blieb es bis zum Schluss spannend.

Gühlen arg gebeutelt

Darüber freute sich zwar Gäste-Spielertrainer Arne Kohlert, „doch davon haben wir nichts. Wir haben uns in Unterzahl gut verkauft, fahren aber ohne Punkt heim.“ Gühlen musste auf zahlreiche wichtige Spieler verletzungs- oder arbeitsbedingt verzichten und bekam für diese Partie nur zehn Spieler zusammen. „Ich hoffe, am kommenden Wochenende sind wir wieder besser besetzt, schließlich kommt der Spitzenreiter Fehrbellin nach Rägelin“, so Gühlens Aushilfskeeper Arne Kohlert.