Ursache für den Rückgang seien die schlechten Nahrungsgrundlagen für die Störche. Schädlich seien die Monokulturen mit Raps und Mais, die intensive Bewirtschaftung der Felder und dadurch immer weniger Brachflächen. Oft sieht man die Vögel daher an Straßenrändern nach Nahrung suchen, weil dort noch Wildblumen stehen. "Die Nahrungskette reduziert sich", erklärt die Fachfrau. Es fehlen Insekten, von denen sich Amphibien ernähren, die dann auf Adebars Speiseplan stehen.
Durch die Trockenheit fallen zudem viele Wiesen trocken, so dass die Störche immer weniger Frösche und auch Regenwürmer finden, die sich in den obersten Bodenschichten aufhalten. Deshalb sei es wichtig, so Lisa Hörig, dass Feuchtgebiete renaturiert werden. Eine große Population an Störchen gebe es noch in Osteuropa, wo es für die Tiere viele natürliche Nahrungsquellen gibt, und in Südwesteuropa, wo die Störche ihr Futter auf offenen Müllkippen finden. Deshalb würden viele Störche auch nicht mehr bis Afrika ziehen, berichtet die Biologin.
Für Lisa Hörig beginnt nun die Kranich-Zeit. 1 000 bis 2 000 Tiere, die im Sommer in Brandenburg bleiben, haben sich bereits an den Rastplätzen in Linum gesammelt.