In einem Modellversuch soll der neue Betreiber des Rheinsberger Wochenmarktes das Angebot auf dem Kirchplatz aufwerten. Wie Bürgermeister Frank-Rudi Schwochow (BVB/Freie Wähler) sagte, verzichtet die Stadt dafür auf das Erheben der Standgebühren. Der Betreiber zahlt lediglich einen symbolischen Betrag.

Mehr Händler sind gewünscht

Derzeit verdient der Wochenmarkt in der Prinzenstadt den Namen nicht. Lediglich ein Textil- und ein Gemüsestand stehen immer mittwochs auf dem Kirchplatz. Das lädt natürlich kaum dazu ein, ihn aufzusuchen. Während in Städten wie Neuruppin das Marktangebot so breit gefächert ist, dass einige ihre Wocheneinkäufe dort erledigen, ist Rheinsberg davon weit entfernt. Laut Schwochow ist der Neuruppiner Markt auch deshalb attraktiv, weil es in unmittelbarer Umgebung noch weitere Einkaufsmöglichkeiten in den Geschäften gibt. Rheinsberg könne da nicht mithalten. Schwochow hatte selbst mit den Betreibern zweier attraktiver Märkte in Berlin gesprochen, um zu erfahren, wie man Händler in die Prinzenstadt holen kann. Das Ergebnis sei ernüchternd gewesen. „Am Ende des Prozesses muss man sagen, wir sind dazu nicht in der Lage“, so der Rathauschef.

Stadt verzichtet auf Standgebühr

Als der Betrieb des Marktes Ende 2018 neu ausgeschrieben wurde, fand sich lange kein Interessent. Letztlich erhielt die „Marktgilde“ aus Berlin den Zuschlag, die bundesweit Märkte betreibt. Schwochow hofft, dass durch die Erfahrung des Unternehmens neue Händler gewonnen werden können. Dafür verzichtet die Stadt in einem zweijährigen Testballon auch auf die Standgebühr. Die Einnahmen haben aufgrund der wenigen Händler ohnehin nur bei 2000 bis 3000 Euro im Jahr gelegen.