Und für die Eröffnung der Geschäftsstelle war kein Aufwand zu groß. Den Schlüssel ließ man sich aus hohen Lüften liefern. Ein Falkner schickte dafür seinen Greifvogel über die rund 130 Gäste in der proppenvollen Werkhalle hinweg zur Bühne. Dort nahmen ihn Landrat Ralf Reinhardt (parteilos) und der Vorstandschef der Alba-Gruppe Dr. Eric Schweitzer gemeinsam in die Hand, um das Licht auf dem neuen Betriebsgelände und in der aus dem Boden gestampften Geschäftstelle anzuknipsen - und so das neue Domizil seiner Bestimmung zu übergeben.
Der Alba-Gruppe und dem Kreis gehört das Unternehmen zu 49 beziehungsweise 51 Prozent. Schweitzer erinnerte in seiner Ansprache daran, dass schon zu Beginn der Zusammenarbeit Anfang der 1990er Jahre die Zukunft der Geschäftsstelle an der Neustädter Straße auf dem Prüfstand stand. "Wir haben damals schon festgestellt, dass es nicht der ideale Standort war", sagte er. Die Enge inmitten der Kreisstadt, direkt an der viel befahrenen B167 und gegenüber einer Poliklinik ließen den Blick früh in die Ferne schweifen. Zwischen dem jetzt eröffneten Geschäftszentrum und dem alten liegen laut Schweitzer "Welten".
2,6 Millionen Euro hat der Aufsichtsrat der AWU Ende November 2012 für den Neubau im Temnitzpark bei Werder freigegeben. Mitte Juni kam die Baugenehmigung. Jetzt ist alles fertig. "Es gab nur Lob", sagte ein sichtlich stolzer Matthias Noa bei der Präsentation der Räume, die trotz manchen "Frisch gestrichen"-Schilds jetzt vollkommen bezugsfertig sind.
Bei der Gestaltung habe man Mitarbeitern ein Mitspracherecht eingeräumt. Sandfarbene Töne und Akazienholz-Möblierung sorgen für eine warme und freundliche Atmosphäre. Der Chef hat sich in seinem Büro einen Tisch gegönnt, dessen Platte sich auf Knopfdruck spielerisch hochfahren lässt: "Im Stehen verhandelt es sich bisweilen zielorientierter", sagt Noa mit Hinweis auf "neueste wissenschaftliche Untersuchungen". Im Beratungszimmer hängt ein knallgrüner Moosteppich an der Wand. Er soll nicht nur für ein bisschen Behaglichkeit sorgen. "Hier kommen die Farben des Landkreises Ostprignitz-Ruppin zum Tragen", sagt er.
Für Wärme sorgt das Blockheizkraftwerk, für das die Stadtwerke Neuruppin verantwortlich zeichnen. Überhaupt haben sich viele regionale Firmen beim Neubau eingebracht, wie auch Schweitzer in seiner Ansprache zufrieden feststellte.
Wer einen Einblick in die neuen Geschäftsräume gewinnen will, kann den Tag der offenen Tor am Sonnabend, 14.Dezember, von 10 bis 14 Uhr dazu nutzen.