Für den HCN-Coach waren die Ereignisse in der 54. Spielminute wohl am entscheidendsten für den Ausgang. Sein Team führte mit 24:23 und bekam einen Siebenmeter zugesprochen. Doch Christian Lück traf nicht. Im Gegenzug verhinderten die Gäste zunächst den Ausgleich, um im nächsten Angriff erneut eine mögliche Vorentscheidung zu verpassen. Will: "Wir trafen leider nur die Latte." Eine Zwei-Tore-Führung wäre Gold wert gewesen. So gab es laut Will einen Knacks. Zudem ließen die Kräfte beim verletzungsbedingt dezimierten Kader merklich nach. Lychen holte sich den Heimsieg.
Vor der Partie hätte der HCN-Coach eine solch knappe Niederlage aufgrund der widrigen Begleitumstände - zahlreiche Verletzte - "eher verschmerzt", wie er zugab. Nach der Partie schmerzte dieser Ausgang gleich in mehrfacher Hinsicht.
Denn nach einem passablen Start (5:3-Führung/12.) gab es gleich zwei Schockmomente. Marcel Pekrul und auch Ole Dau knickten böse um. Beide konnten nicht mehr weiterspielen. Zudem kugelte sich Tobias Schulz einen Finger aus, biss aber auf die Zähne. Lychen zog auf 13:9 (28.) davon. Mit zwei Treffern vor der Pause schöpften die Neuruppiner, die laut Will die klare Ansage bekamen, stets an ihre Chance zu glauben, neuen Mut.
Doch Lychen kam weitaus besser in die zweite Halbzeit, setzte sich auf 17:12 ab. Will: "Da dachten wohl alle, die Partie wäre gelaufen. Doch meine Jungs haben ihr großes Kämpferherz gezeigt." Tor um Tor kam der HCN heran, ging gar wieder in Führung, um dann in der 54. Spielminute gleich zweimal eine große Chance für eine große Überraschung auszulassen.