Laut Landeskonservator Thomas Drachenberg ist das Gut Gentzrode ein Dauerthema. Denn im Grunde ist seit Abzug der Sowjetarmee im Jahre 1993 nichts in den Erhalt der einzigartigen Anlage investiert worden.
Zuletzt hatten die aktuellen Eigentümer vor etwa vier Jahren Zäune um den 1862 errichten Kornspeicher und um das 1875/76 erbaute Herrenhaus ziehen lassen, um diese vor Vandalismusschäden zu schützen. Zudem wurden Planen auf den Dächern angebracht, um das Eindringen von Wasser zu verhindern, das ansonsten das Mauerwerk schädigt. Die Zäune sind im Laufe der Jahre aber zerstört und die Planen vom Wind zerfetzt worden. Wie es mit dem Gut in Zukunft weitergeht, weiß niemand. Die untere Denkmalschutzbehörde des Landkreises hat nach eigenen Angaben letztmalig Kontakt mit den Eigentümern gehabt, als diese das Areal kauften - das war im Jahr 2010. Auch ein konkreter Sanierungs- und Entwicklungsplan ist der Behörde bis heute nicht bekannt. Und die eigens gegründete Gut Gentzrode GmbH, die vor vier Jahren noch einen Hausmeister für das Areal suchte, ist nicht mehr ausfindig zu machen. Ihr letzter veröffentlicher Jahresabschluss gilt für das Jahr 2011.
Das Denkmal Gentzrode gehört zu den bedeutensten und sicherlich größten im Landkreis. Laut des Reports des Landesamtes gibt es in Ostprignitz-Ruppin derzeit 1333 eingetragene Denkmäler - 40 sind allein 2015 hinzugekommen, drei gelöscht worden. Damit ist Ostprignitz-Ruppin der Kreis im Land mit den meisten Denkmälern. Nur Potsdam hat mit 1631 registrierten Bauwerken noch mehr. Schlusslicht sind Oberspreewald-Lausitz und Oder-Spre mit jeweils 403 sowie Frankfurt (Oder) mit 274. Insgesamt sind in Brandenburg 13446 Denkmale registriert. (Seite 3)