14:11 zur Halbzeit geführt und zwei Minuten vorm Ende mit einem Tor zurückgelegen. Letztlich brachten die Neuruppiner nur dank eines klasse Tores von Christian Koall, als er den weit vorm Tor lauernden Keeper mit einem hohen, noch vor der Mittellinie abgegebenen Wurf überwand. Das war sein vierter Treffer in diesem seltsamen Duell und einer der ganz wichtigen, um wenigstens einen Punkt zu behalten. Koall quälte sich sogar in die Sporthalle, weil er gesundheitlich angeschlagen war. Wie wichtig so ein abgeklärter Routinier ist, bewies er in der 47. Minute. Er übernahm beim Siebenmeter Verantwortung, obwohl er drei Minuten zuvor vom Punkt vergeben hatte. Diesmal traf er jedoch und verkürzte auf 21:22.
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Eigentlich hätte der Gastgeber zu diesem Zeitpunkt einen immensen Aufwind spüren, statt einen Rückstand hinterher rennen müssen. Denn aus einer Phase mit drei HCN-Spielern gegen sechs Eichstädter kam der Klarstunterlegene mit einem sensationellen 2:0-Lauf. Keeper Mark Pastor parierte mehrfach, nachdem sein vorgelagertes Trio zur Höchstform auflief und sogar zweimal traf. Auf der Bank brannte es ob dieser fantastischen Leistung des aktiven Quartetts. Die Fans auf der Tribüne waren aus dem Häuschen - und wenig später entrüstet. Sebastian Posch brachte einen Konter nicht unter, im Gegenzug netzte Tobias Zietz vom Siebenmeterpunkt ein. Doch der HCN kam zurück, ging durch William Kehnscherper wieder in Führung (23:22 und 25:24). Mervin Dargatz traf dann aber zweimal in Folge. Obwohl die Gäste sieben Minuten lang nicht mehr trafen, reichte das zum Remis, weil die gefrusteten Neuruppiner nur noch einmal einnetzten.
Trainer Christian Will sieht das Remis in zwei wesentlichen Fakten begründet: "Wir sind zu undisziplinierte und fingen uns viele Strafen wegen Meckern ein. Und wir verwerfen einfach zu viele Bälle." Dieses Unentschieden wertet er als verlorenen Punkt.
Einer der diesen Tag als verkorkst ansieht, ist William Kehnscherper. Der Rückraumschütze traf zwar fünfmal, wurde aber nach 53 Minuten wegen Meckerns nach bereits zwei verhängten Zeitstrafen auf die Tribüne geschickt. Die Mannschaftskasse wächst, seine Wut aber auch. Die Kabinenfeier seines 24. Geburtstages hatte er sich ganz anders vorgestellt. Bleiben seine Regelverstöße ohne weitere Folgen, so kassierte Jonas Simon nach Abpfiff eine "Disqualifikation mit Bericht". Ihm droht damit eine Sperre.