Jüngst stellte Kresse nun die ersten Ergebnisse vor: Je nach geplanter Straßenseite sind auf der 2,6 Kilometer langen Strecke elf oder 14 Grundstückseigentümer von dem Vorhaben betroffen.  Einem Eigentümer gehören dabei beiderseits der Straße 41 Prozent der benötigten Flächen, erklärte er, so dass sich nach möglichen Tauschflächen umgesehen wurde. In Wildberg, Rohrlack und Vichel seien diese vorhanden. "Der Eigentümer hat signalisiert, tauschen zu wollen", so Kresse.
Insgesamt würde der Radweg rund 862 000 Euro kosten – ohne Planungskosten – so eine erste Schätzung des Amtes. 5 000 Euro werden für Baumfällungen benötigt und jeweils 60 000 Euro für die Anlage zweier Verkehrsinseln sowie für den Erwerb der Grundstücke. Der größte Posten sind die Baukosten mit 585 000 Euro.
Tourismus und Infrastruktur
Anders als beispielsweise beim Radweg von Rohrlack nach Vichel, der einen touristischen Aspekt erfülle, gelte die Strecke von Rohrlack nach Wildberg als Infrastrukturmaßnahme, verdeutlichte der Amtschef. Daher könnten derzeit keine Fördermittel akquiriert werden. Auch mit dem Landesbetrieb müsste sich beraten werden, sagte Kresse. "Die Ortsdurchfahrt der L 166 in Vichel müsste gemacht werden, aber es gibt das Signal, dass die Straße Kreisstraße werden soll." Einig waren sich die Gemeindevertreter, dass der Radwegbau ohne Fördermittel vermutlich nicht zu stemmen sei. "Natürlich würde ich es schön finden, wenn mein Kind auf dem Radweg zur Schule fahren könnte, aber wir haben wichtigere Dinge als den Radweg," sprach Temnitztals Bürgermeister Michael Mann anderen Abgeordneten aus der Seele. Die Ausgaben für Schule und Feuerwehr gingen vor.
Die Gemeindevertreter einigten sich darauf, dass das Amt sich um den Kauf der Grundstücke kümmern soll. "Wenn der nächste Fördertopf passt, stehen wir für den Bau in den Startlöchern", fasste Tobias Berger, Ortsvorsteher von Kerzlin die Entscheidung zusammen. Mit sieben Ja- und drei Nein-Stimmen stimmten die Gemeindevertreter zu.