Schnurgerade führt die Neuruppiner Karl-Marx-Straße mitten durch die Stadt – vom Bahnhof Rheinsberger Tor über den Schulplatz bis zum Fontane-Denkmal. Die Stadtverwaltung plant, diese Hauptverkehrsader umzugestalten. Wenn die Stadtverordneten am Mittwochabend ihr Okay geben, steht den ersten Schritten nichts mehr im Wege.

Land will mit Bauarbeiten ab 2022 starten

Ein Votum zur Karl-Marx-Straße muss her, denn der Landesbetrieb Straßenwesen will ab 2022 die L167 sanieren. Diese ist teilweise mit der Karl-Marx-Straße identisch. Das Land muss wissen, was die Stadt haben möchte. Um das in den Planungen berücksichtigen zu können, sollen die Stadtverordneten nun über das Mobilitätskonzept für die Strecke abstimmen.
Zuerst einmal geht es am Mittwoch nur darum, das Mobilitätskonzept zu billigen. Doch zeitgleich sollen auch gleich sechs Handlungsempfehlungen für den Bereich Rheinsberger Tor beschlossen werden, die in die Sanierung der L167 einfließen.

Tempo-30-Zone soll ausgeweitet werden

Um den Radverkehr sicherer zu gestalten, soll vor Ort die Tempo-30-Zone ausgeweitet werden. Sie wird nach der Sanierung bis einschließlich des Bahnübergangs gelten. An sich soll die Karl-Marx-Straße dem Aussehen der sanierten Strecken in der Altstadt angepasst werden, inklusive einiger Parkbuchten an den Seiten.
Die Einmündung der Rosenstraße wird als Gehwegüberfahrt gestaltet. Das Ausfahren ist dann nur noch nach rechts möglich, so sieht es das Mobilitätskonzept vor. Die Verwaltung regt darin außerdem an, die Rosenstraße aufgrund des geringen Verkehrsaufkommens zu einer „unechten Einbahnstraße“ zu machen. Das bedeutet, dass die Einbahnstraßenregelung zwischen Parkplatz und Karl-Marx-Straße aufgehoben wird. Nur die Einfahrt von der Karl-Marx-Straße aus bleibt verboten. Radfahrer hätten dort aber freie Fahrt.

Karl-Marx-Straße bekommt eine Verkehrsinsel

Einer der ersten Schritte vor Ort soll zudem sein, eine Verkehrsinsel auf der Karl-Marx-Straße auf Höhe der Kommunikation zu bauen. Die größte Veränderung soll es aber auf dem Parkplatz am Bahnhof geben: Dieser wird komplett umgestaltet (wir berichteten). Dazu soll es aber im Vorfeld einen Realisierungswettbewerb geben. Nördlich der Kommunikation ist geplant, dass die Karl-Marx-Straße einen Asphaltbelag erhält.
Als siebte Handlungsempfehlung im Mobilitätskonzept ist die Sanierung des Parkplatzes an der Ernst-Toller-Straße geplant. In diesem Zuge soll auch die Anzahl der Stellplätze erhöht werden. Die Bauherrenaufgabe wurde an die Stadtwerke Neuruppin übertragen. 2020/21 sollen die Arbeiten stattfinden.
Die öffentliche Sitzung der Neuruppiner Stadtverordneten am Mittwoch, 7. Oktober, beginnt um 18.30 Uhr im Stadtgarten. Es herrscht eine Mund-Nasen-Schutz-Pflicht.