Eigentlich hätte am vergangenen Wochenende in Nietwerder ein großes Fest anlässlich des 600-jährigen Bestehens des Dorfes stattfinden sollen. Doch dann kam Corona, was die Möglichkeiten zum Feiern stark einschränkte. Ein bisschen feierten die Nietwerderaner trotz alledem am späten Samstagnachmittag und am Abend.
Mehr als 30 Bürger hatten ihre eigenen Tische samt Decken mitgebracht und auf dem Anger platziert. Ehe sie sich setzten, stellten sie selbstgemachte Bouletten, saure Gurken, Bockwurst mit Salat oder Bratwurst auf die Tische – dazu das eine oder andere Kaltgetränk. Saft, Limo, Cola, Bier oder Sekt, ganz nach Belieben. Jeder Tisch für sich, ganz so, wie es Corona zuließ.
Kurz vor 17 Uhr spielten die Bläser von „Glissando“ ein erstes Lied. Der Regen vom Morgen und frühen Nachmittag hatte sich längst verzogen. 17 Grad, ein wenig Sonne. Der Spätsommer zeigte sich nochmals von seiner angenehmen Seite.

Gemütliche Dorfgemeinschaft

Die Vorsitzende des örtlichen Heimat- und Kulturvereins, Heidrun Händel, begrüßte die Runde: „Da haben wir doch alles richtig gemacht. Die große Feier ist längst abgesagt. Nun brauchen wir nicht zu befürchten, dass trotz Corona heute Tausende das Dorf stürmen.“ Vielmehr gehe es darum, ganz gemütlich und nur für das Dorf, das genau genommen ein Neuruppiner Ortsteil ist, zu feiern. Ein wenig später werde noch Ursula Stöter, Chefin des Krangener Hobbyzoos, kommen und mit ihren Tieren ein kleines Programm aufführen. Und nein, die richtig große Feier falle natürlich nicht aus, sagte Händel: „Wir sind mit Hochdruck dabei, alles für den 11. bis 13. Juni 2021 vorzubereiten. Da dürft ihr euch nichts anderes vornehmen.“
Am Rande des Angers flackerte ein kleines Feuer, das die Feier, vor allem als es dunkel wurde, noch etwas gemütlicher werden ließ. Gefördert wurde die Veranstaltung über das Projekt „Kunst am Anger“. Nachdem im Frühjahr die Covid-19-Erkrankung in Deutschland sich auszubreiten begonnen hatte, sollte das neue kleine Programm für Nietwerder zunächst „Zaungäste“ heißen, erzählte Händel. Die Menschen hätten dann an ihren Hoftoren oder hinter den Zäunen gestanden, während Künstler durch den Ort gezogen wären. Ganz so streng fiel die nun praktizierte Variante dann doch nicht aus, denn die strikten Kontaktbeschränkungen für unterschiedliche Haushalte sind inzwischen Vergangenheit.

Großer Zusammenhalt in Nietwerder

Den Festteilnehmern gefiel es am Sonnabend. Karin Ehrendreich lebt seit 27 Jahren im Dorf. „Ich fühle mich hier wohl“, sagte sie, was nicht zuletzt an den vielen liebenswerten Nietwerderanern liege. Außerdem sei die Umgebung reizvoll und die Neuruppiner Kernstadt nahe. Wolfgang Plötz ist nicht zuletzt wegen seiner Autowerkstatt auch über den Ort hinaus kein Unbekannter. „Ich lebe schon immer hier“, sagte er freundlich lächelnd und fügte hinzu: „Das sind 68 Jahre.“ In Nietwerder fühle er sich wohl. Der Zusammenhalt der Dorfgemeinschaft und die freundlichen Nachbarn seien ganz besonders hervorzuheben. Natürlich auch die Nähe zur Neuruppiner Kernstadt.
Und wieder begann die Kapelle zu spielen. Auf den Tischplatten klopfen ein paar Hände rhythmisch mit.

Info-Kasten


Infokästen haben ab sofort keinen blauen Punkt vorne, sondern nur einen gefetteten Anlauf.

Infokästen haben ab sofort keinen blauen Punkt vorne, sondern nur einen gefetteten Anlauf. Und am Ende steht ein Kürzel. kürzel