„Ruhe, bitte! Kamera und Ton bereit? Und los!“ Dann startet die allererste Aufnahme. Am Hangar ist es vollkommen still. Das Rauschen der Autos von der nahen Neuruppiner Umgehungsstraße ist das einzige, das zu hören ist. Leon, Lennart, Nils und Colleen wechseln einen Blick. „Und aus!“, ruft Leon. Die erste Szene für den Dokumentarfilm der Puschkinschüler ist im Kasten. Viele weitere sollen an diesem Dienstag noch folgen, denn die Dreharbeiten haben gerade erst angefangen. Vorbereitet haben sich die Jugendlichen auf diesen Tag aber schon lange.

Zusammenarbeit zwischen Schülern und Profis begann schon 2019

Im vergangenen Jahr startete die Zusammenarbeit der Jugendlichen mit dem Team von „cinema en curs – Filmen macht Schule“. Die Puschkinschule hatte sich schon in der Vergangenheit an der Aktion beteiligt. Das Projekt besucht Schulen, von der Grund- bis zur Oberschule. Filmschaffende und Lehrkräfte arbeiten zusammen, um den Schülern in wöchentlichen Workshops und später dann beim Drehen selbst das Faszinierende des Filmens nahe zu bringen. Am Ende steht ein eigener Dokumentarfilm oder auch ein fiktionaler Kurzfilm.

Corona-Lockdown verzögerte die Arbeiten

Die Theorie haben die Puschkinschüler an diesem Dienstag schon lange hinter sich. Sie mussten bei ihrem Projekt durch die Corona-Krise eine Zwangspause einlegen: Gestartet hat „cinema en curs“ in der Neuruppiner Schule bereits im vergangenen Herbst. Dann kam im März der Lockdown. Nun also kann endlich gedreht werden. Die Idee zu den Drehorten kam dabei von den Jugendlichen selbst: Sie haben sich fürs ehemalige Militärgelände rund um Hangar und Kasernen an der Alt Ruppiner Allee entschieden. „Für sie macht sich eine neue Welt auf“, zeigt sich Lehrerin Sabine Neppl an diesem Dienstag überzeugt. „Sie lernen auch ihre Heimat vollkommen neu kennen.“

Jugendliche sollen ihre Heimat anders sehen

Das ist auch einer der Hintergründe von „cinema en curs“, erklärt Claudia Ziegenfuß vom Projekt. Das Filmen steht dennoch im Mittelpunkt. „Die Jugendlichen schauen im Vorfeld im Unterricht Dokumentarfilme und machen auch schon erste Filmübungen“, erklärt sie. „Darauf können wir jetzt aufbauen.“ Leon, Lennart, Colleen und Leon lernen derweil mit Filmemacher Sebastian Heidinger die Kameratechnik kennen. Für die Beteiligten läuft an diesem Dienstag alles etwas anders als geplant: Eigentlich sollte zuerst auf dem Kasernengelände gedreht werden. Nun wurde doch die Schäferei vorgezogen. Und da verzögert sich auch noch alles: Die Arbeiten dauern länger als gedacht, die Weite des Hangar-Geländes bietet viele Möglichkeiten für Übungen – und letztlich auch für die erste Szene, die im Kasten ist.

Premiere ist für November geplant

„Wir sammeln jetzt das Material“, erklärt Claudia Ziegenfuß. „Der eigentliche Film entsteht dann in der Schnittwoche.“ Vor den Herbstferien soll das noch der Fall sein. Dann startet die Postproduktion, bei der es unter anderem auch um den Ton gehen wird. „Die Premiere des Films ist für November geplant.“ Wie genau diese ablaufen soll, ist aber noch nicht klar. Insgesamt sechs Filmemacher arbeiten derzeit mit sechs verschiedenen Schulen an vollkommen unterschiedlichen Orten. Zur Premiere sollten alle Teams in Potsdam zusammenkommen. Wegen der Corona-Pandemie könnte sich das eher schwierig gestalten, vermutet Claudia Ziegenfuß. Fest steht aber, dass es anschließend auch eine lokales Premiere in Neuruppin geben wird. Das war schon beim ersten „cinema en curs“-Projekt der Puschkinschule der Fall: 2019 ging es im Dokumentarfilm um den Neuruppiner Fischer Rüdiger Purand.