"Wie viel ich in den ersten Wochen telefoniert habe oder vor irgendwelchen Webcams saß, ist unbeschreiblich", berichtet Stärck von den ersten Wochen der Kontaktverbote. Er nutzte die Zeit, um Konzepte zu erarbeiten, Veranstaltungen vorzubereiten und Videokonferenzen mit verschiedenen Trägern der Jugendarbeit abzuhalten. Die Berufsberatung für Heranwachsende lief via E-Mail weiter. Später, als die ersten Lockerungen griffen, waren auch wieder persönliche eins-zu-eins-Treffen möglich. Viele Kinder und Jugendliche suchten sich jedoch in der Zeit, in der es kaum Freizeitangebote gab, neue Treffpunkte. "Einige trafen sich am Rhin, andere am Bahnhof, andere am Multifunktionsplatz. Junge Leute suchen sich ihre Nischen. Sie wollen sich treffen und finden Wege dazu", sagt Stärck. Das führte dazu, dass der Jugendarbeiter nach dem Lockdown sich "seine Jugendlichen" erst wieder zusammensuchen musste. "Einige habe ich bis jetzt noch nicht wieder erreicht", so Stärck.
Um überhaupt wieder die Arbeit richtig aufnehmen zu können, hat er in Abstimmung mit dem Gesundheitsamt eigene Hygienekonzepte für die Jugendarbeit erstellen müssen. Auch für die Begegnungsstätte des DGB in Flecken Zechlin arbeitete er ein solches Papier aus. So konnte es in den Sommerferien schon wieder einige Freizeitangebote geben. Zusammen mit dem Haus der Begegnung und der Volkshochschule war ein dreiwöchiger Talentecampus organisiert worden. Dabei ging es in die Natur, um mit den dort auffindbaren Materialien zu basteln. "Es entstanden flitzebogen, ein Puppenhaus, ein kleines Floß. Wir haben auch ein Naturtipi im Wald gebaut", berichtet Stärck. "Die Nachfrage war riesig." Auch der Kinderkunstsommer in der Begegnungsstätte sei stark besucht gewesen. "Wir haben versucht, die Kinder wieder einzufangen. Das haben sie sich verdient, nachdem sie zehn Wochen eingeschlossen waren."
Programm für den Herbst steht
Schwer war der Lockdown auch für das Rheinsberger Familienzentrum, das von Juliane Kersten geleitet wird. Da sie mit den Müttern und Kindern lange keinen persönlichen Kontakt haben durfte, stellte sie nahezu täglich Videos mit Koch- und Bastelhinweisen in die Whatsapp-Gruppe.
Mittlerweile ist der normale Arbeitsalltag wieder eingekehrt. Derzeit bereitet Stärck schon das Angebot für die Herbstferien vor. Einige Kinder wollen mit den Jugendlichen des Pavillons den Skaterpark aufhübschen. Auch derzeit ist in dem Jugendclub wieder einiges los. Das Team dort baut im Hof  aktuell Hochbeete. Stärck steht in engem Kontakt mit dem Pavillon. Schließlich wird vieles in Rheinsbergs Jugendarbeit gemeinsam gemacht. Für den 1. September, dem Weltfriedenstag, ist eine große Aktion auf dem Kirchplatz geplant. Um 18.30 Uhr soll es eine Andacht geben. Anschließend gibt es ein Programm, eine Fotoausstellung und eine offene Diskussionsrunde zum Thema Frieden. "Frieden ist ein wackliges Gebilde. Er fängt schon hier in der Stadt an", sagt Stärck, auch mit Blick auf die jüngst eskalierten Auseinandersetzungen zwischen Einheimischen und einer Gruppe Tschetschenen.
Am 5. September wollen sich Rheinsberger Jugendliche an der landesweiten Aktion "Anbahn" beteiligen. Dabei werden Zugreisende am Bahnhof dazu aufgefordert, während der Fahrt bewusst die Landschaft zu genießen, statt aufs Tablet zu schauen. Entlang der Strecke werden dann immer wieder Aktionen zum Thema Kinderbeteiligung vom Zug aus zu sehen sein. "Kinder wollen sich an ihrer Zukunft aktiv beteiligen", verrät Stärck den Gedanken hinter dem Ganzen.
Vom 11. bis zum 13. September wird eine gemischte Jugendgruppe aus der Stadionsiedlung in die Flecken Zechliner Bildungsstätte fahren und sich dort mit Gartenbau befassen. Es steht also einiges an. Mario Stärck ist froh, dass er nun wieder seiner Arbeit nachgehen kann.

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Infokästen haben ab sofort keinen blauen Punkt vorne, sondern nur einen gefetteten Anlauf.

Infokästen haben ab sofort keinen blauen Punkt vorne, sondern nur einen gefetteten Anlauf. Und am Ende steht ein Kürzel. kürzel