Krüger kommt ursprünglich aus Herzberg, lebt mittlerweile aber in Neuruppin. Sein Abitur hat er am Evangelischen Gymnasium gemacht. Vor rund drei Jahren war das – und seitdem hat sich viel im Leben des 21-Jährigen getan. Inzwischen ist er selbstständig mit einer Firma, die das Online-Marketing für Unternehmen aus der Region übernimmt. "Dabei kommt ich oft in Kontakt mit kleinen und mittelständischen Betrieben", sagt er. "Und ich sehe, wo deren Probleme liegen." Das war es auch, was den Neuruppiner dazu gebracht hat, in die Lokalpolitik zu gehen.
Regional sind Themen andere
Mit dem Gebaren der Parteien auf Bundesebene kann er sich nicht identifizieren. Doch regional  sieht das anders aus, erklärt Friedrich Krüger. Da seien die Themen andere, und auch die Zusammenarbeit in der FDP sei super. "Wir haben ein sehr gutes Team", so Krüger. "Man kann über alles offen reden." Der liberale Grundgedanke werde gelebt.
Seit Herbst 2018 ist Krüger Mitglied der FDP: Über andere Parteien hat er gar nicht nachgedacht: Der Grundgedanke der Liberalen entspreche seinem eigenen Denken. "Die Eigenverantwortung des Einzelnen steht im Fokus", sagt er. Die FDP sei dabei keine Klientel-Partei, sondern eine, die versuche, alle Bereiche abzudecken und zu schauen, wie sich bestimmte Entscheidungen auf die ganze Stadt auswirken.
Eine Stadtverordnetenversammlung hat sich der Neuruppiner bisher noch nicht angeschaut. "Seit ich 14, 15 Jahre alt bin, interessiere ich mich für Politik", sagt er. Doch dieses Interesse hat nicht die Lokalpolitik betroffen. Der Bezug dazu kam erst durch die Arbeit. "Jugendliche sehen ja noch gar nicht, welchen Einfluss die Lokalpolitik auf sie haben kann", so Friedrich Krüger. Er selbst könne nur alle jungen Menschen aufrufen, sich politisch zu engagieren. "Wie man an meinem Beispiel sieht, kann es sehr schnell gehen, dass man wirklich Einfluss nehmen kann."
Kampf gegen Fachkräftemangel
Sein Unternehmen und der Kontakt zu Firmen haben Krüger nicht nur in die Politik gebracht. Sie haben ihm auch gezeigt, wo es wichtig ist zu handeln. "Der Fachkräftemangel, besonders im Handwerk, fällt mir da zuerst ein", sagt er. Da könne die Politik einwirken. "Die Zusammenarbeit mit Schulen muss gestärkt werden. Das Handwerk ist dort zu wenig präsent", sagt der 21-Jährige. Doch ihm und seiner Partei schweben auch Förderprogramme vor, die Betriebe und Auszubildende stärken können. Eine Stadt könne beispielsweise spezielle Förder-Fonds einrichten.
Das "extrem bürokratische System" sei für viele eine Hürde, auch in Neuruppin. Diese zu beseitigen, sei eine weitere wichtige Aufgabe, sagt Friedrich Krüger. Die FDP fordere darüber hinaus, die Gewerbesteuer-Hebesätze zu senken. "Das kann unsere Region attraktiver für Firmen machen und Arbeitsplätze schaffen", ist Krüger überzeugt.
Dass er es wirklich gleich beim ersten Anlauf geschafft hat, in die Neuruppiner Stadtverordnetenversammlung einzuziehen, hat Friedrich Krüger zwar nicht überrascht, aber sehr erfreut. Als einziges FDP-Mitglied im Gremium wird er mit der CDU-Fraktion zusammenarbeiten, sagt er. "Aber die Gespräche mit allen Fraktionen waren sehr angenehm." Dass sich das Stadtparlament auch mit seiner Hilfe nun deutlich verjüngt hat, sieht Krüger positiv. Doch in einer Stadtverordnetenversammlung, die nur aus jungen Mitgliedern besteht, möchte er auch nicht arbeiten. "Der Austausch zwischen Jungen und Älteren bringt uns weiter", ist er überzeugt.

Stadtparlamentsetzt sich zusammen


Die neue Stadtverordnetenversammlung setzt sich an diesem Donnerstag, 20. Juni, offiziell zusammen.

Die Sitzung beginnt um 18.30 Uhr im großen Saal des Rathauses. Sie ist öffentlich. jvo