Obwohl es ruhig geworden ist um die Rheinsberger Siedlung „Am Stadion“ sind dort nicht alle Probleme gelöst.
Im Juli gab es dort aus bisher unbekannten Gründen eine Schlägerei zwischen 20 Deutschen, Polen sowie Tschetschenen und tags darauf ein Treffen von rund 100 Tschetschenen. Durch diese Vorfälle sind prekäre Umstände im Wohnverbund und Konflikte in der Siedlung öffentlich geworden. „Die Stimmung ist noch angespannt. Es gibt weiterhin Handlungsbedarf“, so Bürgermeister Frank-Rudi Schwochow (BVB/Freie Wähler).

Bürgermeister wartet auf Zuarbeit vom Kreis

Die Lage in den Wohnblocks habe sich zwar gebessert, und die dort lebende Gemeinschaft wolle Sprecher bestimmen. Der Bürgermeister wartet aber noch immer auf Zuarbeit vom Kreis. Er möchte unter anderem wissen, aus welchen Ländern die Menschen kommen, die dort untergebracht werden. „Es geht darum, ein Gefühl dafür zu bekommen, wie groß welche Gemeinschaft ist und für welche Ansprechpartner gebraucht werden“, so Schwochow.

Kleine Anfrage im Brandenburger Landtag

Unterdessen teilte das brandenburgische Innenministerium auf eine Kleine Anfrage der AfD-Fraktion mit, dass sich in der 100-köpfigen Tschetschenen-Gruppe nach jetzigem Stand der Ermittlungen keine als Gefährder eingestuften Personen befanden. Der Friedensrichter, der vor Ort die Wogen glätten sollte, sei zur Gefahrenabwehr zum Einsatz gekommen. Er hatte selbst über das Berliner Landeskriminalamt den Kontakt zu den Behörden vor Ort gesucht.
Mit einer Einschätzung zur Idee von Landtagspräsidentin Dr. Ulrike Liedtke (SPD), Einheimische und Tschetschenen durch Veranstaltungen einander näher zu bringen, und zum Vorschlag von Péter Vida (BVB/Freie Wähler) vom Integrationsrat, dass Tschetschenen in der Stadt einen Verein gründen könnten, hielt sich das Ministerium zurück. Die Integration von Menschen mit Migrationshintergrund stelle eine Querschnittsaufgabe dar: „Dazu gehören auch interkulturelle Verständigung und Hilfe zur Selbstorganisation.“