Einerseits würden dadurch nicht nur Verbraucher etwas entlastet, sondern auch alle anderen, die diese Steuern auf ihre Waren oder Dienste erheben – vom Handwerker bis zum Rechtsanwalt. Andererseits warnt er aber davor, jetzt zu erwarten, dass alle Preise im Handel nun um drei Prozent sinken werden.
"Im Einzelhandel werden die Preiskalkulationen nicht nur durch die  Mehrwertsteuer bestimmt", so Päts. So seien viele auch darauf angewiesen, ihre Ausfälle der vergangenen Monate wieder hereinzuholen. "Sie sind gebeutelt, haben vielleicht auch Liquiditätshilfen in Anspruch genommen und müssen wieder zum Normalbetrieb finden." Das beginne beim Hersteller und setze sich über Großhändler bis zum Ladenbesitzer fort. Zudem gebe es Branchen, die nicht einfach kurzfristig ihre Preise neu kalkulieren können. "Bei Discountern und überhaupt bei Lebensmitteln ist das schon möglich", so Päts. In dem Bereich gehe er davon aus, dass es einen spürbaren Effekt geben wird. "Aber bei Industriewaren, Textilien oder Schuhen zum Beispiel ist die Ware schon eingekauft, bezahlt und im Warenwirtschaftssystem. Teilweise werden die Artikel direkt vom Hersteller etikettiert. Da wird sich nicht sofort etwas verändern", erklärt der Neuruppiner.
Die Lage im Handel ist laut Päts derzeit sehr unterschiedlich. Der Lebensmittelbereich befinde sich im Normalbetrieb. Händler, die keine Lebensmittel anbieten, hätten aber  teilweise im Vergleich zum Vorjahresmonat bis zu 60 Prozent Einbußen. Manche hätten sogar schon ihre Läden aufgegeben. Eine echte Entspannung verspricht sich Päts nur durch die Aufhebung der Maskenpflicht beim Einkauf. "Bisher gibt es einen reinen Bedarfskauf. Der Shoppingeffekt ist nicht da."