Die Lindower Klosteranlage und die drei Seen hatten es Theodor Fontane angetan, auch wenn er der Stadt selbst nicht so viel abgewinnen konnte. „Die nur durch ihre Lage reizende Stadt kann uns durch ihre Straßen und Plätze nicht fesseln“, schrieb er in seinen Wanderungen.
Aber die Klosteranlage mit ihrer verwunschenen Ruine, einer großen Parkwiese, den Linden und dem Blick über den Wutzsee ließen den märkischen Schriftsteller schwärmen.

Schwärmerei fürs Kloster Lindow

Auch den Friedhof beschrieb Fontane mit Überschwang – obwohl viele Inschriften offenbar bereits schwer zu entziffern gewesen sein müssen: „In deutlichen Buchstaben sprach nur noch das Grab der letztverstorbenen Domina zu mir, stattlicher aber war ein älterer Stein, unter dem (wenn ich das Wappen richtig erkannt) eine von Pannewitz ihren letzten Schlummer schlief.“ Von diesem Stein aus überblickte Fontane die Klosteranlage. Er skizzierte auch die Giebelseite der Ruine.

Auszug aus Fontane-Brief

Seit Mittwoch machen drei Hinweistafeln auf Fontanes Zuneigung zum Kloster und zu Lindow aufmerksam. Unter der Schirmherrschaft der Vorsteherin des Stiftkapitels, Kara Huber, wurden am Mittwoch gemeinsam mit dem Mitinitiator und Stiftskapitel-Mitglied Bert Groche und Lindows ehrenamtlichem Bürgermeister Udo Rönnefahrt die Schilder enthüllt, die den Besuchern die Geschichte noch näher bringen.
Ein Schild enthält einen Auszug aus einem Brief, den Fontane am 6. Januar 1873 an seine Schwester Elise schrieb, und der seine Verbundenheit zur Drei-Seen-Stadt verdeutlicht. „Ich will wirklich mit Frau und Kind irgendwo im Ruppinschen, am liebsten in der Lindower Gegend, mich niederlassen“, teilte er ihr mit.
Und auch in seinem Spätwerk „Der Stechlin“ findet Lindow als „Kloster Wutz“ Erwähnung. An all dies werden heutige Spaziergänger nun erinnert, wenn sie auf die Tafeln blicken.