Der an sich langweilig, unsympathisch und karrieregeil angelegte Gerichtsschreiber Licht, dargestellt von Martin Schneider, durfte zwischendurch Gitarre spielen und wirkte gleich sehr viel freundlicher. Mehrere Schauspieler sangen dazu. Diese Überleitungen gelangen, ebenso die Volks- und Spaßlieder am Ende, als eigentlich schon alles vorbei gewesen wäre, wenn Regisseur Hans-Joachim Frank strikt nach der Vorgabe verfahren wäre, die jedes Schulkind kennt.
Starker Beifall
Die Lieder am Ende eigneten sich zum Mitsingen. Gleich nach der Brandenburg-Hymne gab es noch "Der Winter ist vergangen", wobei Kristin Schulze, die zuvor die von Matthias Zahlbaum als Dorfrichter Adam dreist sexuell genötigte Eve gespielt hatte, bewies, dass sie nicht nur stark schauspielern, sondern auch gefühlvoll singen kann. Wie gut den 80 Zuschauern das Gehörte gefiel, dafür stand der starke Beifall, den es zuerst für das Stück und danach für jedes der Lieder gab.
Zuschauer auf Abstand
Das Bühnenbild der Aufführung war sparsam gehalten, die Spielfreude der Darsteller des in der Uckermark ansässigen einstigen Berliner Theaters dafür umso größer. Mehrmals bahnten sich Darsteller gestikulierend den Weg durch das Publikum zum Gerichtsraum auf der Bühne.
Die Zuschauer der ausverkauften Veranstaltung saßen auf Abstand. Die Mitarbeiter der Neuruppiner Stadtverwaltung, welche die Stühle aufgestellt hatten, achteten streng darauf, dass zwischen den Sitzgelegenheiten mindestens 1,50 Meter Distanz eingehalten wurden. Nur Familien und in einem Haushalt lebende Besucher durften natürlich enger zusammenrücken. So geht neue Theater-Normalität in Corona-Zeiten. In den Vorjahren hatten deutlich mehr Besucher zuschauen dürfen. Mehr als 80 Theatergäste ließ die relativ kleine Spielstätte am Freitag aus Sicherheitsgründen nicht zu. Einige der potenziellen Zuschauer, die aber erst an der Abendkasse eine Eintrittskarte kaufen wollten, wurden deshalb freundlich nach Hause geschickt. Die Gesundheit ging vor.
Wie schon in den Jahren zuvor handelte es sich bei der Aufführung mit den Uckermärkern um eine von der Arbeitsgemeinschaft "Städte mit historischen Stadtkernen des Landes Brandenburg" unterstützte Veranstaltung. Die Tournee führt durch zwölf märkische Städte. Wer am Freitag keine Karte mehr abbekam, für die oder den ist vielleicht "Der zerbrochene Krug" am Freitag,14. August, um 18 Uhr im Granseer Klosterhof eine Alternative.
Zu einer weiteren Kulturveranstaltung unter dem Zeltdach im Tempelgarten lädt der Verein für Sonnabend, 8. August, um 19.30 Uhr ein. Dann gilt es, die Musiker von "klang-art berlin" zu erleben. Mit Hang, Guitar und Harfe wollen sie einmal mehr das Ruppiner Publikum in eine spirituell entspannende Welt entführen.

Infokasten

Infokästen haben ab sofort keinen blauen Punkt vorne, sondern nur einen gefetteten Anlauf.

Infokästen haben ab sofort keinen blauen Punkt vorne, sondern nur einen gefetteten Anlauf. Und am Ende steht ein Kürzel. kürzel