Nicht nur die Rahmenbedingungen beim 45. Neuruppiner Hubertuslauf waren besondere. Stichwort Corona. Die diesjährige Auflage mit 142 Startern (169 Läufer hatten sich vorab angemeldet) prägten nicht die Lokalmatadoren, sondern „wurde von Sportlern dominiert, die von außerhalb kamen“, ordnete Thomas Krieglstein ein. Der Geschäftsführer des ausrichtenden Kreissportbundes staunte besonders über einen Mann.

Neuling Schultze mit Top-Zeit auf für ihn unbekannter Strecke

Mit Adrian Schultze (Vegan Runners) ragte ein bislang in der Ruppiner Läuferszene „unbekanntes Blatt“ heraus. Krieglstein zur Siegerzeit des Pritzwalkers über die acht Kilometer: „Das ist mal ein Brett.“ Nur 27:34 Minuten benötigte der 34-jährige Schultze, um die für ihn „absolut unbekannte Strecke“, wie er im Nachgang sagte, zurückzulegen. Eine Top-Zeit bei der Premiere. „Ich hatte mir die Siegerzeiten der vergangenen Jahre mal angeschaut“, so der Sieger.
142 Starter beim Neuruppiner Hubertuslauf

Laufsport 142 Starter beim Neuruppiner Hubertuslauf

Ähnliche Zeiten hatten der Neuruppiner Thomas Röper in den Vorjahren abgeliefert. Er siegte 2019 in 28.30 Minuten. Schultze: „Es war heute Top-Wetter, daher konnte man auch gute Zeiten laufen. Ich hatte 27:30 Minuten angepeilt, hab’ die Zeit ja nur knapp verfehlt“, legte er ein Lächeln auf. Er hatte sich nach knapp 1,5 Kilometern von einem sechsköpfigen Läuferpulk abgesetzt und lief dann einsam vorneweg. Mit großem Abstand kam Schultze vor Rene Latzke (LG Oberhavel/28:57) als Zweitplatzierten ins Ziel. Dritter wurde Maximilian Wegert (Wi-Kom Großwoltersdorf) in 29:21.

Vorjahres-Vierte Lewin zeigt sich stark verbessert

Bei den Frauen hatte sich Madeleine Lewin im Vorjahr mit Platz vier in 37:42 Minuten bestens bei ihrer Premiere in Neuruppin geschlagen. „Nun war die Zeit viel, viel besser. Ich vorher auch einfach mehr und besser trainiert“, sagte die Berlinerin. Sie siegte in 34:34 Minuten. Auf dem letzten Kilometer hatte sie noch eine Frau vor sich, „die wollte ich unbedingt noch einholen“. Das war Damaris Gericke vom Potsdamer Laufclub. Sie hatte ihren Kreislauf jedoch zu sehr beansprucht und musste - völlig entkräftet - mit Unterstützung des Potsdamer Laufkollegen Robert Franke und einem Sanitäter ins Ziel eskortiert werden. Auf Platz zwei konnte daher noch Kathrin Koczessa (LG Oberhavel) in 35:23 Minuten einlaufen.