Großes Aufatmen in der Ruppiner Läuferszene. Nachdem bislang beinahe alle Laufveranstaltungen abgesagt wurden, gibt es zwei Lichtblicke zu vermelden. Denn für zwei überaus beliebte Traditionsläufe steht die Ampel nun auf Grün. Sowohl für die Moormeile (am 15. Oktober) als auch für den Hubertuslauf (am 24. Oktober) kann der Startschuss erfolgen. Allerdings unter strengen Auflagen. Und auch jeweils in abgespeckter Version.

Teilnehmerzahl begrenzt

Beim Kreissportbund (KSB) Ostprignitz-Ruppin hat man laut Geschäftsführer Thomas Krieglstein „lange mit sich gerungen, ob der Hubertuslauf überhaupt angeboten werden kann, und wenn ja, in welcher Form“. Krieglstein weiter: „Ich denke, wir haben jetzt eine saubere Lösung gefunden und hoffen, dass alles reibungslos über die Bühne geht.“ Der KSB hat für die 45. Auflage nicht nur die Teilnehmerzahl auf 250 begrenzt und bietet auch nur einen Lauf über acht Kilometer an, sondern hat zudem auch das Hygiene-Konzept mit entsprechenden Verhaltensregeln flankiert. Die Ausschreibung und das Anmeldefenster sind auf der KSB-Homepage freigeschaltet. Online-Meldeschluss ist der 21. Oktober. Ein wichtiger Hinweis: Nachmeldungen am Wettkampftag sind nicht möglich.

Mit Maske zur Startlinie

Thomas Krieglstein: „Wir haben eine Teilnehmerzahl gewählt, die aus unserer Sicht im Start- und Zielbereich vertretbar ist. Einen Firmen- und den Familienlauf wird es in diesem Jahr nicht geben. Wir wollen die Kontaktmöglichkeiten möglichst kleinhalten.“ Beim Gang zur Startlinie müssen die Teilnehmer einen Mund- und Nasenschutz tragen, erst mit dem Startschuss darf dieser abgelegt werden.
Mit dem Hubertuslauf kann der KSB - nach aktuellem Stand - zumindest einen seiner vier Trümpfe der Laufserie „Grand mit Vieren“ ausspielen. Der Stadtparklauf, der Ruppiner Duathlon und auch der Neuruppiner Triathlon mussten zuvor coronabedingt abgesagt werden.

Rekord zum Jubiläum?

Vor einem Jubiläum steht gar die Moormeile in Bad Wilsnack. Bei den Mitgliedern des SV Prignitz Bad Wilsnack/Legde sind die zuletzt bangen Blicke gewichen. Es herrscht Vorfreude pur. Denn der 20. Auflage der beliebten Laufveranstaltung „steht erst einmal nichts mehr im Wege“, sagt Stephan Michelis aus dem Orga-Team. „Wir haben grünes Licht vom Gesundheitsamt bekommen. Aber auch wir müssen ein Hygiene-Konzept umsetzen und die Teilnehmerzahl auf 350 begrenzen.“ Der passionierte Läufer, der selbst starten wird, hat in der Szene vernommen: „Die Läufer sind total heiß auf Wettbewerbe.“ Die bislang 200 eingegangenen Anmeldungen sind der Beweis. Die Bestmarke liegt bei 280, aufgestellt im Vorjahr. Michelis: „Wenn wir zum Jubiläum die 300er-Marke knacken würden, wäre das ein Traum.“

Meldeschluss am 15. Oktober

Im Orga-Team herrschte nach den jüngsten Lockerungen im Zuge der Umgangsverordnung der einhellige Tenor: „Wir bieten die Moormeile an.“ Michelis erklärte: „Uns war bewusst, dass wir Abstriche machen müssen. Wir verzichten zum Beispiel auf die Siegerehrung, dennoch gibt es Pokale und Medaillen. Aber wir haben hier genügend Platz, vor allem in der Karthanehalle, in der das Organisatorische abgewickelt wird.“ Und dann werde in der schönen Prignitzer Natur gelaufen. Auch in Bad Wilsnack müssen die Teilnehmer beim Gang an die Startlinie den Mund-Nasen-Schutz tragen. „Auch sollten die Sportler bereits umgezogen zum Lauf erscheinen, da Duschen und Umkleidekabinen nicht zur Verfügung stehen“, wie der 43-Jährige betont. Anmeldungen sind nur online möglich. Meldeschluss ist der 15. Oktober.

Olympia-Teilnehmer startet

Stephan Michelis selbst hat sich für den 7,8-Meter-Lauf angemeldet, liebäugelt jedoch damit, auf die 12,4 Kilometer lange Strecke „aufzukohlen“, wie er sagt. Er will gemeinsam mit einer Legende den Rundkurs angehen: mit Jens-Peter Herold. Der Neuruppiner, Bronzemedaillengewinner bei den Olympischen Spielen 1988 in Seoul, hat seinen Start bei der 20. Moormeile angekündigt.