Bislang ist es lediglich ein Stadtspaziergang mit sechs Stationen, den die sechs Evi-Schüler des Seminarkurses von Annett Voge entworfen haben. Damit sollen Besucher der Stadt zu geschichtsträchtigen Orten geführt werden und im Schnelldurchlauf die wichtigsten Fakten erfahren. Am Ende wird das Wissen in einem Quiz abgefragt. Den ersten Rundgang der Schüler, der unter dem Motto Bilderbogen steht und daher Orte wie die ehemalige Druckerei von Gustav Kühn umfasst, gibt es schon jetzt in zwei Ausführungen. Denn um von möglichst vielen genutzt werden zu können, haben die Schüler sowohl eine Variante für Erwachsene als auch eine für Kinder entworfen, die sich vor allem in ihrer Art der Präsentation der Fakten unterscheiden.
Die App, die das alles möglich macht, ist seit Anfang 2014 in Arbeit. Dass sie erst jetzt fertig wurde, liegt vor allem auch an den zeitlichen Verzögerungen im Rahmen des Museumsumbaus, erklärt Vivien Mildner vom Entwicklerteam. Die meiste Arbeit machte dabei die anfängliche Recherche, erklärt Schüler Ludwig Schade. "Wir brauchten Input dazu, was die Bilderbogen waren und bedeuteten. Dann mussten wir daraus eine Route erstellen, die zu den Fragen passt." Diese Erarbeitung geschah in enger Zusammenarbeit mit der Museumspädagogin Dorothea Leicht.
Sobald die Entwicklung der App vollständig abgeschlossen ist, soll sie sowohl für Android- als auch IOS-Betriebssysteme und zudem komplett kostenlos nutzbar sein. Das Museum hat sich das Programm rund 30000 Euro kosten lassen. Mit darin enthalten sind auch die Anschaffung von zehn Tablets, die für die Audiotouren innerhalb des Museums genutzt werden, sowie das Einpflegen künftiger Spaziergänge in das System.
Die Kooperation zwischen Museum und Evi wird auch in den kommenden Jahren weiter fortgesetzt. Museumsleiter Hansjörg Albrecht sieht darin einen großen Mehrwert - sowohl für sein Haus als auch für die Schüler. "Das ist gelebte kulturelle Bildung", schätzt er ein.
Die weiteren Spaziergänge, die sich mit Smartphones und Tablets nachvollziehen lassen, befassen sich mit der ehemaligen Künstlerkolonie Gildenhall, dem Wendejahr 1989, Romancier Theodor Fontane und Neuruppin als Garnisonsstadt. Wenn im September die App für alle nutzbar ist, werden auch diese Routen anwählbar sein. Sie wurden allerdings nicht von den Schülern, sondern vom Museum selbst inhaltlich gestaltet.