Jennifer Gronau ist 31 Jahre alt. "In meinem ersten Befund steht, dass ich nur eine niedrige  Lebenserwartung habe", sagt sie. Als Jennifer Gronau ein Baby war, glaubten ihre behandelnden Ärzte kaum, dass sie 18 Jahre alt wird. Denn als sie ein Jahr alt war, wurde bei ihr Mukoviszidose diagnostiziert. Über diese für viele noch unbekannte Erbkrankheit wird am Sonnabend, 18. Mai, beim siebten FahrRad!-Tag in Neuruppin aufgeklärt. Außerdem werden Spenden für den Mukoviszidose-Verein gesammelt, der Erkrankte wie Jennifer Gronau unterstützt, die sich an diesem Tag auch selbst in den Sattel schwingt.
Diagnose als Kleinkind
Mukoviszidose kann niemand sehen. Wenn Jennifer Gronau in Neuruppin unterwegs ist oder im Büro sitzt, ahnt niemand, dass sie unheilbar erkrankt ist. Sie hustet nur mehr als andere. "Mir selbst fällt das gar nicht mehr auf", sagt sie. Dabei ist Mukoviszidose nicht nur eine Erkrankung der Lunge, wie es oft angenommen wird. Es ist ein Gendefekt, der den Stoffwechsel beeinträchtigt. "Meine Eltern haben das defekte Gen in sich. Sie wussten es damals nicht", so die 31-Jährige. Bereits als Einjährige zog sie sich eine Lungenentzündung zu, so stark, dass sie wiederbelebt werden musste. Bei der Behandlung stellten die Ärzte die Krankheit fest, die auch als Zystische Fibrose bekannt ist.  Dabei können Zellen nicht mehr Wasser in das umliegende Gewebe ziehen. Die Folge: Der Wassergehalt in den Körperflüssigkeiten ist zu niedrig, wodurch Sekrete zähflüssig werden. Betroffen sein können unter anderem Lunge, Bauchspeicheldrüse, Leber und Dünndarm.
Für Jennifer Gronau, die in Schönwalde/Glien im Havelland aufgewachsen ist, bedeutete das fortan eine dauerhafte Behandlung.  "Für die Lunge muss ich dreimal am Tag inhalieren. Dann muss ich noch verschiedene Medikamente und Vitamine nehmen", beschreibt sie ihren Alltag. Durch das reflexartige Husten verkrampft sie, weshalb auch regelmäßige Physiotherapie und Sport auf ihrem Programm stehen. "Man atmet schließlich mit dem gesamten Körper. Auch Krankenhausaufenthalte sind an der Tagesordnung, wenn sich die Lungenleistung verschlechtert oder Keime darin festgestellt werden", sagt sie. Das alles hilft Jennifer Gronau, besser abzuhusten und fit zu bleiben. In ihrer Kindheit und Jugend hatte die Krankheit unter anderem zur Folge, dass sie in der Schule mehr Fehltage hatte als andere. "Seitens der Lehrer wurde viel Mitleid gezeigt. Dabei wollte ich das gar nicht", erinnert sich Jennifer Gronau zurück.  Auch heute möchte sie, dass mit ihr umgegangen wird, wie mit jedem Gesunden auch – trotz der Erkrankung.
Dass sie Mukoviszidose hat, daran denkt die junge Frau nämlich auch nicht jeden Tag. "Das passiert eigentlich nur, wenn es mir schlecht geht. Aber ich versuche, einfach das Beste daraus zu machen", sagt Jennifer Gronau. Mit ihrer Krankheit ist die Neuruppinerin nicht allein. Statistisch gesehen trägt von 2 000 neugeborenen Kindern eines die Gen-Veränderung in sich, etwa 8 000 Menschen leben in Deutschland mit der Krankheit: "In der Nähe gibt es einige Muko-Patienten." Zumeist trifft sie diese bei Seminaren wieder, die der gemeinnützige Mukoviszidose-Verein organisiert. Der Verein sammelt nicht nur Spenden, um die Forschung zur Linderung der Krankheit zu unterstützen. Er vernetzt auch Therapeuten, Ärzte und Betroffene, damit diese möglichst selbstbestimmt mit der Krankheit leben können. "Wir bekommen dort Informationen über neue Medikamente  sowie Forschungserfolge und können uns gut austauschen", sagt sie.
Als Jennifer Gronau zum ersten Mal davon hörte, dass der Ruppiner Radsportclub 1909/1990 mit FahrRad!-Tag den Mukoviszidose-Verein unterstützt und dabei Spenden sammelt, ist sie auch selbst mitgeradelt. "Ich finde das super", sagt sie. Drei- oder viermal war sie selbst schon dabei und ist die kürzeren Strecken mitgefahren. Jede Aktion, die den Verein unterstützt, sorgt auch dafür, dass es Muko-Patienten wie Jennifer Gronau besser geht und sie möglichst lange gut mit der Erkrankung leben können.

Spendenaktion aufdem Schulplatz


Der FahrRad!-Tag findet am Sonnabend, 18. Mai, ab 8.30 Uhr auf dem Neuruppiner Schulplatz statt. Dort werden Spenden für den Mukoviszidose-Verein Berlin-Brandenburg gesammelt, der dort auch einen Stand haben wird. red