Weithin leuchten die Sonnenblumen in den verschiedensten Gelb-, Orange- und Brauntönen auf einem kleinen Feldstreifen in Walsleben an der Autobahnbrücke im frühen Morgenlicht. Dazwischen lugen bunte Löwenmäulchen, Astern, zarte Cosmeen, filigrane Mohnblüten und orange Ringelblumen hervor. Die Gladiolen sind bereits verblüht.

Start nachdem die Gärtnerei zu war

Angepflanzt und gepflegt wird die Blütenpracht von Susanne Papke vom Temnitzhof und Angela Papenbrock aus Wals­leben, nachdem die Gärtnerei im Ort geschlossen wurde. Die Blumen können für die eigene Vase mit nach Hause genommen werden. Jede Sonnenblume kostet 70 Cent und alle anderen Blumen 40 Cent. Das Geld kommt in eine Kasse des Vertrauens.

Gewinnabsicht nicht im Fokus

Eine Gewinnabsicht steht bei den beiden Frauen, die sich ihr Saatgut selbst ziehen, zwar nicht im Fokus, dennoch hoffen sie auf die Ehrlichkeit der Nutzer der Blumenfeldes, die sogar aus Neuruppin kommen. Besonders den Menschen im Ort wollen sie mit ihrem Selbstschneide-Angebot eine Freude machen. So nutzen auch viele Besucher des benachbarten Friedhofs die Möglichkeit bei einem Besuch, frische Blumen mitzunehmen.

Sonnenblumen im Kunstunterricht

Sogar im Kunstunterricht der nahen Grundschule finden die Blüten Verwendung, freut sich Susanne Papke. Eine Lehrerin habe ihr erzählt, dass sie die Sonnenblumen frisch vom Feld geholt habe, damit sie die Schüler abzeichnen können. Auch die Meisen freuen sich über die Blumenpracht und klauben die Kerne aus den Blütenständen der Sonnenblumen. Um einige Kerne als Saatgut für das kommende Jahr zu sichern, stülpen Angela Papenbrock und Susanne Papke Strümpfe über die Blüten.