Begonnen hat alles vor rund zwei Jahren, weshalb beide noch als Jung-Imker zählen. Damals war das Paar auf der Suche nach einem Ausgleich zur Arbeit. Er arbeitet als Produktionsleiter und sie als Bereichsleiterin bei einer Zeitarbeitsfirma. "Wir haben überlegt, was uns beiden Spaß machen könnte", berichtet die 48-Jährige. Als sie ihrem Mann von der Idee der Bienenhaltung erzählte, war er anfangs nicht gleich begeistert. Er habe es nicht so mit dem Geschwirre, verrät er schmunzelnd. Jetzt aber sind die Bienen auch zu seiner Leidenschaft geworden.
Um auch alles richtig zu machen, besuchte Jana Schwarz im Frühjahr 2018 einen Imkerkurs für Anfänger beim Länderinstitut für Bienenkunde in Hohen Neuendorf. Außerdem wälzte sie mit ihrem Mann Fachliteratur, schaute diverse Videos im Internet und wurde Mitglied im Imkerverein Alt Ruppin Märkische Heide. "Vor Corona haben wir uns einmal im Quartal getroffen", berichtet die Walslebenerin, die besonders den Austausch mit den erfahrenen Imkern zu schätzen weiß. Aktuell gebe es viele Jung-Imker im Verein, erzählt sie.
Drei Sorten auf dem Tisch
Ihm sei es wichtig gewesen, mit dem neuen Hobby auch etwas zum Thema Nachhaltigkeit, für die Natur und gegen das Insektensterben zu unternehmen, erklärt Oliver Schwarz seine Motivation. "Der Honig stand bei uns anfangs gar nicht im Mittelpunkt", verrät seine Frau. Früher seine sie selbst auch keine großen Honig-Esser gewesen, lacht sie. Heute stehen gleich drei verschiedene Sorten auf dem Tisch und pro Jahr werden 20 bis 25 Gläser voll des flüssigen Goldes bei Familie Schwarz verspeist. "Mit dem eigenen Honig kam auch der Genuss." Beide berichten, dass sie mittlerweile sogar die einzelnen Geschmacksnuancen herausschmecken können. Sei es die Robinie, die fruchtig schmeckt. "Ich habe das Gefühl, deren besondere Blütenpracht bei dem Honig riechen zu können", so die 48-Jährige. Bei der Spättracht seien hingegen die charaktervolle Kornblume und die herbere Linde herauszuschmecken.
"Wir schleudern den Honig drei mal in der Saison, Anfang Juni ist es die Frühtracht, Ende Juni die Sommerblüte und im Juli die Spättracht", erklärt die Walslebenerin. "Damit haben wir immer Honig aus einer Vielfalt an Blütennektar und nicht nach Blüten sortiert." Begonnen hat das Paar mit zwei Völkern, die Oliver Schwarz von einem Arbeitskollegen bekam. Doch schon im ersten Jahr konnten sie auf vier Völker erweitern. "Alle Eingenzucht", betont Jana Schwarz. Inzwischen haben sie acht Bienenvölker die am Ende des Gartens zwischen Feldern und Wald in Holzzargen stehen. Je nach Größe des Bienenvolkes besteht dann die Beute aus mehreren Zargen. Aus rund 30 000 Tieren kann ein Bienenvolk bestehen.
"Was uns inspiriert, sind die vielen wunderbaren Momente in der Natur, beim Beobachten der Ammen- und der Wächterbienen, der Wasserholerinnen sowie der Pollen- und Nektarsammlerinnen", gerät die 48-Jährige ins Schwärmen. Es sei ein spannendes Hobby bestätigt auch ihr Mann. "Die Bienen reagieren auf einen." So werden beispielsweise nur die friedfertigen Völker vermehrt. Der 45-Jährige konnte sogar weitere Arbeitskollegen von der Imkerei begeistern. Doch für Oliver Schwarz und seine Frau soll es ein Hobby bleiben. Als das gilt es, so lange sie nicht mehr als 30 Bienenvölker besitzen. Gewannen sie im ersten Jahr nur 50 Kilo Honig, waren es 2019 schon 100 Kilogramm und in diesem Jahr gewannen sie 260 Kilogramm.
erhältlich ist ihr Walslebener Honig in einem Rheinsberger Restaurant, beim Ruppiner Feingebäck in Neuruppin, in der Temnitzer Gemüsekiste in Walsleben (wir berichteten) und natürlich bei dem Imkerpaar selbst. Ziel sei es nicht, mit dem Verkauf Gewinn zu machen, betont der 45-Jährige. Sondern das Geld wird stets wieder in neue Rahmen oder andere Ausrüstung investiert. So träumt Schwarz davon, mit einem speziellen Inhalator Menschen mit Atembeschwerden über die sogenannte Stocklufttherapie helfen zu können.

Infokasten (3sp)


Infokästen haben ab sofort keinen blauen Punkt vorne, sondern nur einen gefetteten Anlauf.

Infokästen haben ab sofort keinen blauen Punkt vorne, sondern nur einen gefetteten Anlauf. Und am Ende steht ein Kürzel. kürzel