Linum wird Ende des Monats wieder der Hotspot für Kraniche freunde und Naturtouristen. Die ersten Gruppen der großen Zugvögel, die aus Nordeuropa auf dem Weg in ihr Winterquartier im Süden sind, sind bereits im Rhinluch gesehen worden. „Es sind vielleicht 1000 bis 1500 da, die nachts schon in Linum stehen“, so Kranichrastplatz-Betreuerin Helga Müller-Wensky. Tagsüber sind die Vögel auf der Suche nach Futter auf den bereits abgeernteten Feldern, um Kraft für den Weiterflug zu gewinnen.

Die Vorbereitungen laufen

In Linum laufen unterdessen die Vorbereitungen auf den Ansturm der Besucher auf Hochtouren, sagt Müller-Wensky. Mitglieder des Landschaftsfördervereins, dem sie auch angehört, und der Naturschutzstation „Rhinluch“ des Landesumweltamtes haben sich schon einmal kurz abgestimmt. Ende dieser Woche werden die ersten Schilder in der Gegend aufgestellt, die die Besucher darauf hinweisen, dass sie von den scheuen Vögeln Abstand halten und diese nicht beim Fressen oder in deren Ruhephase stören sollen. Wie genau in diesem Jahr die Führungen der Besucher – zum Beispiel zum abendlichen Kranicheinflug – unter Einhaltung aller Corona-Auflagen organisiert werden, soll noch abgestimmt werden.

Höhepunkt im Oktober

Der große Kranichzug, der Mitte Oktober seinen Höhepunkt erreicht, beginnt Ende September. 2019 lag die höchste Anzahl der in Linum rastenden Kraniche bei rund 72.000. Vor sechs Jahren wurden sogar mehr als 100.000 an einem Morgen erfasst. Die Zählung beginnt wieder Ende September. Dann startet auch die Storchenschmiede des Naturschutzbundes (Nabu) ihr alljährliches Kranichprogramm. Ab dem 25. September werden zum Sonnenuntergang regelmäßig Führungen zum abendlichen Einflug der Vögel angeboten. Für Frühaufsteher gibt es das Angebot auch zum morgendlichen Ausflug der Kraniche aus ihren Übernachtungsflächen im Linumer Teichland. Treffpunkt ist immer sonntags um 7 Uhr an der Storchenschmiede für die zwei bis vier Kilometer lange Tour.
Die Schmiede zeigt ab Ende September bis Anfang November zudem eine Ausstellung des Naturfotografen Dieter Damschen, der die Zugvögel auf ihren Wanderwegen mit der Kamera begleitet hat. Samstags und sonntags finden dazu auch Vorträge statt.

Ungewisse Zukunft

Ob es dieses Angebot in der Form 2021 noch geben wird, ist unterdessen weiter offen. Der Nabu hatte Ende 2019 wie berichtet mitgeteilt, dass er die Storchenschmiede alleine nicht mehr halten und dringend nötigen Investitionen nicht stemmen kann. Deshalb ist der Nabu auf der Suche nach einem weiteren Träger und nach finanzieller Unterstützung. Um die Umweltbildungsstätte zu retten, hat sich Anfang des Jahres im Dorf eine AG Storchenschmiede gegründet. Die hat nach eigenen Angaben dem Nabu Berlin nicht nur mit zahlreichen Schreiben von Nutzen und Entscheidungsträgern aus der Region deutlich gemacht, welche Rolle das Haus für die Umweltbildung und Infrastruktur in der Region spielt. Sie habe auch selbst Konzeptionen zur Weiterführung der Schmiede erarbeitet und dem Berliner Nabu-Vorstand übergeben. Laut der AG, die noch weitere Mitstreiter sucht, soll das alles Ende des Monats beim Nabu diskutiert werden.
Kranichrastplatz-Betreuerin Helga Müller-Wensky hofft in diesem Punkt auf einen glücklichen Ausgang für Linum und alle Besucher. „Der Landschaftsförderverein und alle anderen könnten diese Lücke auf keinen Fall schließen“, unterstreicht sie.

Das Angebot in Linum


Die Storchenschmiede in Linum bietet ab dem 25. September Führungen zum Kranichein- und -ausflug an. Die Teilnahme kostet acht, für Nabu-Mitglieder und Kinder bis zwölf Jahre fünf Euro. Dunkle, wettergerechte Kleidung und feste Schuhe werden empfohlen. Anmeldungen unter 033922 50500.

Vorträge zu Kranichen und eine Ausstellung finden ebenfalls regelmäßig in der Strochenschmiede statt. Weitere Infos online unter https://bit.ly/2ZihJIn

Der Landschaftsförderverein Oberes Rhinluch bietet ebenfalls zwei Führungen an. Los geht es am 14. Oktober um 15 Uhr am Parkplatz an der Naturschutzstation und am 17. Oktober um 16 Uhr am Pavillon am Parkplatz im Teichgebiet. Anmeldung unter 030 4026430. Weitere Infos unter https://oberes-rhinluch.de.