K., der aus Pritzwalk stammt, derzeit aber in Brandenburg/Havel wohnt, soll im Herbst 2013 eine Gruppe von 80Rechtsextremen zu Gewalt gegen Polizisten angestachelt haben. Die Beamten hatten eine Menschenkette gebildet, um ein verbotenes Konzert zu unterbinden. K. soll darauf hin die Versammelten aufgerufen haben, die Kette zu durchbrechen. Die Polizisten erteilten ihm daraufhin einen Platzverweis. K. reagierte immer noch aggressiv, sagte Zeugenaussagen zufolge zu einem Bekannten nach Erteilung des Platzverweises, jetzt könne man auch "ein bisschen Action machen". Die Polizei musste Reizgas einsetzen.
Die viermonatige Bewährungsstrafe geht über das Strafmaß hinaus, das die Staatsanwaltschaft gefordert hatte. Die Ankläger hatten auf eine Geldstrafe plädiert: 2250 Euro. Richter Gerald Fleckenstein war das zu wenig. Er bescheinigte dem Nordkurier zufolge in seiner Urteilsbegründung dem Angeklagten "aus einer neonazistischen Gesinnung heraus gehandelt" zu haben. Neben der viermonatigen Bewährungsstrafe sollte der Angeklagte außerdem 100Stunden gemeinnützige Arbeit leisten.
Ob das Verfahren jetzt per Berufungsverhandlung vor das Landgericht Neubrandenburg geht oder sich das Oberlandesgericht Rostock mit einer Revision beschäftigt, ist unklar. Laut Amtsgerichtschef Ralph Burgdorf hat der Angeklagte noch Zeit, sich zu entscheiden. Bei einer Berufung würde der Fall komplett neu verhandelt. In einer Revision würde lediglich das Verfahren vor dem Amtsgericht auf Rechtsfehler geprüft.