Vor allem der Jugendbereich bleibt dabei im Fokus. Grund für die notwendige Neuausrichtung ist die Aufgaben-Vakanz rund um die Personalie Max Döbbelin. Der hatte im Winter den Trainerposten von Bernd Mielke übernommen, jedoch klar signalisiert, nur bis Sommer aushilfsweise aushelfen zu wollen. Gleichzeitig hatte Döbbelin angekündigt, sein Engagement beim TSV im Sommer in Gänze einzustellen, auch einen Vereinsaustritt schloss er nicht aus. Das Amt des Jugendleiters hatte er bereits im Sommer aufgegeben. Generell war es Max Döbbelin, der in jüngster Vergangenheit viele Zügel in Planung und Organisation in seinen Händen hielt und der die Aufgabenlast nicht mehr tragen wollte. Der 23-Jährige fühlt sich ausgebrannt und würde gerne etwas Neues machen, erklärte er bereits Anfang Februar. Dass Döbbelin gar damit liebäugelt, im Sommer seinen geliebten TSV zu verlassen, hat in der Ruppiner Fußballszene vielerorts für ungläubiges Stirnrunzeln gesorgt. Die Frage "Was ist da los?" wurde oftmals aufgeworfen. In jedem Fall will Max Döbbelin weiter Fußball spielen, sprich die Torwarthandschuhe überziehen. Lediglich mit der Aufgabe als Spieler betraut, will er erst einmal Abstand gewinnen und den großen Rucksack Verantwortung, den er beim TSV Wustrau getragen hat, ablegen. Kein Wunder: Aktuell ist er Spieler, Nachwuchstrainer, bis vor wenigen Monaten auch Jugendwart, dazu Kümmerer, Ansprechpartner Nummer eins und und und … Sollte er tatsächlich seinen TSV verlassen, wäre das ein herber Verlust, so der allgemeine Tenor in Wustrau.
Seit Döbbelins Ankündigung, das Zepter weiterreichen zu wollen, folgten intern zahlreiche Gespräche, wie die personellen Weichen neu gestellt werden sollen. Christopher Bittner zählt beispielsweise zu den Ur-Gesteinen des Vereins, denen "der Verein sehr am Herzen liegt" und "die wollen, dass alles in vernünftigen Bahnen läuft", wie er sagt. Der 30-Jährige hilft gerne dabei mit, wieder Strukturen zu schaffen oder auch zu straffen, jedoch eher im Hintergrund. "Eine offizielle Funktion muss ich dafür nicht im Verein bekleiden."
Am Montag nahm die neue Führungsriege ihre Arbeit auf. Dazu zählen Bernd Stielow  (kleines Foto, mit Bart) und Olaf Eisenberg. Dieses Gespann soll die Verzahnung zwischen Männer- und Jugendbereich mit Leben füllen. Beide fungieren zudem ab sofort offiziell als Betreuer der Kreisliga-Mannschaft. "Wobei ich eher bei den Männern meine Erfahrung einbringe und Olaf bei der A-Jugend", erklärt Stielow die Rollenverteilung. Stielow, der in Radensleben groß geworden und seit seinem achten Lebensjahr ein Kind des TSV ist, kümmert sich darüber hinaus um die Schiri-Betreuung und ist vorrangig damit beschäftigt, einen neuen Trainer zu finden, der zur neuen Saison das Ruder übernehmen soll. "Es gibt sicherlich viele Gespräche zu führen, in vielerlei Hinsicht", so Stielow. Auch er ist ein Urgestein, engagierte sich jahrelang als Trainer, war Abteilungsleiter, Kassierer und Ordner. Kurzum: eine gute Seele.
Im Jugendbereich haben ab sofort Eric Schulz (kleines Foto, rotes Trikot) und Steffen Modrack das Sagen. "Wir beide treiben die Kaderplanungen für die kommende Saison voran, diskutieren, was wir noch besser machen können und besprechen uns viel mit dem Nachwuchstrainer-Team", gewährt Eric Schulz einen Einblick in die aktuelle Prozesse beim TSV.
Zudem müsse die traditionelle Saisoneröffnung geplant werden. Der jüngste Rohde-Cup in der Rhinhalle war diesbezüglich eine gelungene Feuerprobe, schätzt Schulz ein. Derzeit hat der TSV Wustrau vier Juniorenteams (A, C, E, F) im Spielbetrieb. "Ob wir diese Altersklassen auch in der neuen Saison am Ball haben oder gar neue dazukommen, werden wir sehen." Er wolle der Planung und den kommenden Gesprächen jetzt nicht vorgreifen. In jedem Fall sind fußballbegeisterte Kinder beim TSV "jederzeit herzlich willkommen". Die komplette Jugend trainiert  dienstags und donnerstags ab 15.30 Uhr auf dem Frank-Jeske-Sportplatz.
Im Mai stehen Vorstandswahlen beim TSV Wustrau an. Dann stellt der Gesamtverein die personellen Weichen für die Zukunft, vielleicht folgt dann noch einmal ein Stühlerücken.