Am Freitag wird Golde die zweite E-Ladestation für Autos in Neuruppin in Betrieb nehmen, die nicht auf dem Gelände eines Autohauses steht. Die Stadtwerke haben ebenfalls eine, eine weitere Station gibt's am Seeschlösschen Wustrau.
Die Ladestation ähnelt in der Form ein einem Video-Beamer, ist also ein überschaubar großes Plastikteil, dass in einem Stromkasten steht. Aktuell laufen die Aufbauarbeiten. Sechs Firmen sind beteiligt. Mit einem Elektro-Auto kommt man heute zwischen 300 und 400 Kilometer weit. "Wir sind also die ideale Stelle für eine erste Pause auf der Strecke Berlin-Hamburg", so Hotelier Golde. Er selbst studiert Hotelbetriebswirtschaft und hat sich im Zuge dessen mit den Trends der Zukunft beschäftigt. "Ich bin sicher, Elektromobilität wird ein Trend. Die Autos sind sehr leise und werden besser."
Erst im April hat sich die Autoindustrie auf einen gemeinsamen Stecker geeinigt, den Typ-zwei-Stecker. Das nötige Kabel hat jeder E-Auto-Fahrer dabei. Der Strom für eine Füllung, so haben Experten ausgerechnet, kostet zwischen 3,50 und fünf Euro. "Das erste Jahr ist bei uns kostenlos", wirbt Golde. "Danach nehmen wir wohl auch fünf Euro." Die Ladestation für Fahrradfahrer ist schon seit gut zwei Wochen in Betrieb. Ein E-Rad ist nach gut einer Stunde wieder aufgeladen. "So lange kann der Radler im Restaurant ebenfalls auftanken", freut sich der Hotelier.
Einziges Manko bisher: Ein Auto aufzuladen dauert durchaus einige Stunden. Bei der niedrigsten Energieleistung von 3,5 Kilowattstunden braucht man 24 Stunden. Bei dem Gerät mit elf Kilowattstunden, für das sich Max Golde entschieden hat, vergehen vielleicht zwei bis drei Stunden. Noch schnellere Geräte gibt es zwar auch, sie kosten dann aber gleich fünfstellige Beträge. Goldes Hotel finanziert die technische Neuerung vollständig selbst.
Schon vor vier, fünf Jahren ist das damalige Technologie- und Gründerzentrum (TGZ), heute Regionale Entwicklungsgesellschaft (REG), in Neuruppin mit der Idee, 23 E-Tankstellen im Altkreis bis 2014 bauen zu lassen vorgeprescht. Die gibt es heute längst nicht alle. "Wir waren damals etwas forsch", gibt Christian Fahner vom REG heute zu. "Wir wollten Fördermittel gleich für alle geplanten Stationen bekommen. Das ließ sich leider nicht realisieren. Die Automobil-Industrie war noch nicht so weit. Jetzt kommt das alles langsam. E-Fahrräder sind heute nicht mehr so neu, weil es sie schon überall gibt. Und auch die Autoindustrie legt meines Wissens nach und verkauft." Das Thema ist für Neuruppin also keinesfalls abgehakt.