Von 2005 bis 2016 war Schaefer Marketingleiterin im Neuruppiner Resort Mark Brandenburg, das weit über die Fontanestadt hinaus bekannt ist. "Es hat richtig Spaß gemacht, so etwas mit aufzubauen", sagt sie. Anschließend wechselte sie quasi die Seite und ging zu einer Agentur für Kommunikation und Werbung, bevor sie schließlich bei der DKB-Stiftung auf Schloss Liebenberg anheuerte und dort auch für das Marketing verantwortlich zeichnete. Als in Lindow die Stelle für den Tourismus ausgeschrieben wurde, musste Stephanie Schaefer nicht lange darüber nachdenken: "Das ist die Chance, Beruf und Familie besser unter einen Hut zu bekommen." Zudem steht die Lindowerin auch schon seit Jahren in der Materie, weil sie auch ehrenamtlich Mitglied im Tourismusausschuss war. "Die Bewerbung fiel mir gar nicht schwer", sagt sie.
Arbeit mit neuem Konzept
Der Weg zur Arbeit mag für Stephanie Schaefer vielleicht kürzer geworden sein. Die Herausforderungen sind dafür aber umso größer. Lindow muss 2021 seinen Titel als staatlich anerkannter Erholungsort verteidigen und dafür noch einiges auf die Beine stellen. Was genau das alles sein wird und was in den kommenden zehn Jahren alles noch angepackt werden muss, soll demnächst mit einer externen Agentur in einem Tourismuskonzept ermittelt werden. "Das kann ich nicht alles alleine machen", so Schaefer. Sie möchte, dass sich Lindow künftig stärker beim Thema Gesundheitstourismus positioniert. "Wir haben hier eine sehr hohe Lebensqualität", sagt Schaefer mit Blick auf Natur und Luftqualität sowie auf sportliche und medizinische Angebote in der Region.
Gesundheitstourismus ist ein Schlagwort, das in den kommenden Jahren mit Leben gefüllt werden muss. Konkret hofft sie dabei auf die Mitwirkung des Sport- und Bildungszentrums und der Salus-Klinik. Diese sollen mit den Touristikern im Amt vernetzt werden, die sich ihre Angebote und ihre Qualität teilweise noch zertifizieren lassen müssen. Denn auf solche Details werde bei der Vergabe des Titels "staatlich anerkannter Erholungsort" großen Wert gelegt. "Dafür werde ich auch jedem meine Hilfe anbieten", verspricht Schaefer. In den kommenden Wochen möchte sie mit allen Leistungsträgern, so nennt sie die Gastronomen, Hoteliers, Veranstalter und sonstigen Anbieter, ins Gespräch kommen. "Wir müssen alle zusammenarbeiten. Nur gemeinsam können wir etwas bewegen", betont sie. Lindow müsse sich für die Gäste lohnen.
Volksangeltag am 2. Mai
Die Tourist-Info werde dabei helfen, wo sie kann. Das fange bei der Beschilderung in Lindow an. Mit dem Garten des Buches an der Klosterruine und der ent­stehenden Gedenkstätte für den  1945 von Nazis ermordeten Widerstandskämpfer Friedrich Justus Perels habe sich ein sehr wichtiges Ensemble entwickelt, das viele Gäste anlocken wird.  Auch die Feste wie der Volksangeltag am 2. Mai und das Stadtfest sollen für alle Gäste attraktiver werden. "Es wurde sich immer große Mühe gegeben. Aber wenn man einmal da war, gibt es immer noch ein paar Punkte, die man schöner machen kann", meint Schaefer, die auch in diesem Fall hofft, dass "alle an einem Strang ziehen".
Aber nicht nur die großen Projekte hat die 43-Jährige auf dem Zettel. Die Tourist-Info im Herzen Lindows müsse wieder attraktiver für jeden Besucher werden.  "Es muss heller werden und aufgeräumter", findet sie. Das Objekt sei etwas in die Jahre gekommen. Der flache Tresen am Eingang ist nach ihrer Einschätzung nicht mehr zeitgemäß: "Das erinnert mich an früher, an die Post. Dabei sollten wir unseren Besuchern doch auf Augenhöhe begegnen", sagt sie. Und wenn Stephanie Schaefer dort einmal von einem Besucher nach einem ganz persönlichen Tipp angesprochen wird? "Dann würde ich den Wutzsee empfehlen. Wenn man am zweiten Freibad zur blauen Stunde in Richtung Lindow zum Sonnenuntergang schaut, ist das einfach nur herrlich und entschleunigt."