Stefan Grigo, der seit fünf Jahren als Gärtner an der im Schloss residierenden Wustrauer Tagungsstätte der Deutschen Richterakademie arbeitet, ist gespannt auf die Blüte. "Es ist dann das erste Mal, dass ich das in Deutschland sehe", sagt er. Dabei war das noch gar nicht abzusehen, als die Agave Ende April aus ihrem Winterlager ins Freie gebracht wurde. "Da war die Pflanze etwa 2,20 Meter hoch", erinnert sich der Gärtner. Innerhalb weniger Wochen schoss die Agave dann aber in die Höhe, bis zur jetzigen Größe von rund sechs Metern.
Weit über hundert Blüten befinden sich an der Sitze der Pflanze, die zu den Spargelgewächsen zählt. Wann genau die Blüten öffnen werden, ist nicht klar. Grigo geht aber davon aus, dass es in den  nächsten Wochen der Fall sein wird. Die Blütenpracht wird dann einige weitere Wochen zu erleben sein, bevor sie mitsamt dem Lebenszyklus der Pflanze endet. Dass es so weit gekommen ist, liege nicht etwa an einer komplizierten Pflege, wie Grigo bescheiden sagt. "Agaven sind total anspruchslos. Bei uns kriegen sie einfach Brunnenwasser, damit die Topfpflanzen die Mineralien bekommen, die sie brauchen." Die derzeit kurz vor der Blüte stehende Agave ist indes nicht die einzige im Schlosspark und auch sonst nicht alleiniger Exot im Ensemble, zu dem ein Ginkgobaum gehört, dessen Stamm so dick ist, dass es zwei Personen braucht, ihn zu umfassen.