Michael von Kameke ist als Bereichsleiter Elterntierhaltung für den Betrieb verantwortlich. Sein Großvater Dobimar von Kameke hatte Ende der 1950er-Jahre in Kartzfehn bei Cloppenburg den Grundstein für das inzwischen stark gewachsene Unternehmen gelegt. Mit 100 Puten hatte damals alles begonnen. Zum 1.Juli 1991 konnte die Katzfehn-Gruppe den Betrieb von der Treuhand erwerben. Damals gab es 160 Mitarbeiter. Heute beschäftigt das Unternehmen im Kreis 280 Menschen. Betriebsleiter von Kameke ist stolz auf diese Entwicklung: "Das sind 64 Prozent mehr als damals."
Auch in die Infrastruktur hat die Gruppe, die außerdem Anlagen im Spreewald, in Sachsen-Anhalt und Sachsen betreibt, stark investiert. Kameke: "Wir haben hier am Standort 28 Farmen. Mehrere davon sind neu entstanden. Insgesamt haben wir in den zurückliegenden 25Jahren 30 Millionen Euro investiert." Die Puten in den Ruppiner Farmen legen jene Eier, die später in anderen Betriebsteilen 28Tage lang bebrütet werden. Die Eintagsküken werden an Aufzuchtbetriebe verkauft. Angesichts der Debatte um massenhaft getötete Geflügelküken ist von Kameke eines sehr wichtig: "Bei uns werden die männlichen Küken nicht getötet. Alle Tiere gehen in die Mast."
Bereits am Freitag hatte es für die Mitarbeiter ein großes Fest gegeben. Beim Familientag am Sonnabend hatten auch die Anwohner die Möglichkeit, sich einen Eindruck von der Arbeit der Farmen zu verschaffen. Wer bis dahin noch nie eine lebende Pute aus der Nähe gesehen hatte, erhielt dazu ebenso Gelegenheit wie zum Betrachten einer Ausstellung über die Geschichte des Unternehmens. Dabei wurde die DDR-Zeit nicht ausgespart. Auf Schwarzweiß-Fotografien waren Arbeiterinnen bei der Putenfütterung zu sehen. Die Tiere waren damals in vergleichsweise winzigen Ställen untergebracht. Bevorzugt sei seinerzeit die aus der Sowjetunion stammende Kaukasische Bronzepute gehalten worden, berichtete Kameke. Mit den heutigen Tieren der Rasse BUT Six jedoch können die kleinen Puten von einst gewichtsmäßig auch nicht annähernd mithalten. Die Hähne von heute wiegen bis zu 20 Kilogramm, die Hennen bringen es auf bis elf Kilogramm.
Wer wollte, konnte frisch gegrillte Pute probieren oder sich einen Film über das Unternehmen anschauen. Bei Kindern sehr beliebt war das Mitfahren in einem der riesigen Traktoren auf dem Hindernis-Parcours. Im Festzelt sorgte ein DJ für Stimmung. Auch das Bullenreiten, eine Motorsägenvorführung und ein Bauchredner trugen zur guten Stimmung bei.
Was die weitere Unternehmensentwicklung betrifft, zeigte sich von Kameke zuversichtlich: "Die ideale Größe ist jetzt erreicht. Die Anzahl der Mitarbeiter werden wir auf jeden Fall halten und verstärkt in die Modernisierung der Farmen investieren." Einige der Ställe seien fast 40 Jahre alt und sanierungsbedürftig.