Die Azubis, die bis 2020 in den Kliniken angefangen haben, erhalten noch die bisher gängige Berufsbezeichnung Gesundheits- und Pflegehelfer, wenn sie fertig sind. Seit Beginn dieses Jahres gelten der neue Name und die neue Praxisausbildung. Hintergrund ist, dass die Abschlüsse europaweit zumindest angelehnt sein sollen, erklärt Heike Horn, die neue Koordinatorin bei der Medizinischen Bildungsakademie Neuruppin (MBN), in der die Azubis lernen. "Früher war die Ausbildung eher naturwissenschaftlich-medizinisch", so Horn. Nun sollen mehr die pflegerischen Aspekte im Vordergrund stehen. "Die Azubis werden anhand von Lernsituationen ausgebildet", ergänzt Susan Busch. Sie ist die neue Praxisanleiterin in den Kliniken.
Erst die Praxis
Ganz konkret sieht diese Veränderung, die eine von mehreren ist, so aus, dass sich die Auszubildenden  beispielsweise nicht erst lange theoretisch mit einem Krankheitsbild befassen. Sie gehen zu den Patienten, sehen sich diese zusammen mit den Praxisanleitern auf den jeweiligen Stationen an und kommen quasi über die Praxis zur Theorie. Ob das die Ausbildung verbessern wird, kann Heike Horn noch nicht einschätzen: "Im Oktober fangen wir damit ja erst richtig an", sagte sie. "Danach werden wir verschiedene Dinge evaluieren."
In der neuen Bezeichnung Pflegefachfrau werden nun drei verschiedene Ausbildungsrichtungen zusammengefasst, die es bisher gab: die Gesundheits- und Krankenpflege, die Altenpflege und die Kinderkrankenpflege. Von den Kliniken bekommen die neuen Auszubildenden laut Pflegedienstleitung Carolin Schiller ein "Rundum-Sorglos-Paket", denn das Krankenhaus kümmert sich um alles. Die Azubis müssen in den drei Jahren Ausbildung auch Stationen bei externen Kooperationspartnern absolvieren, mit denen Heike Horn von der MBN den Kontakt hält. Betroffen sind die Bereiche ambulante Pflege und stationäre Langzeitpflege. Andererseits kommen auch Azubis aus diesen Einrichtungen in die Kliniken, um dort andere Praxis-Bereiche kennenzulernen. "Unsere Azubis sollen sich um ihre Ausbildung kümmern, um alles andere kümmern wir uns", sagt Susan Busch.
Bewerbungen für die neue Ausbildungsschiene werden in den Kliniken noch immer entgegengenommen. Möglich ist das rein theoretisch direkt bis zum 1. Oktober, wenn der Startschuss fällt. Der nächste Kurs beginnt dann wenige Monate später, am 1. April. Der Abschluss zur Pflegefachfrau ist am Ende auch europaweit anerkannt, versichert Heike Horn.
Zurück in den Kliniken
Die Fäden aus den verschiedenen Stationen und von den Praxisanleitern dort laufen im Büro von Susan Busch zusammen, die die Azubis betreut. Sie ist gerade dabei, das Krankenhaus, in dem sie selbst bis 2015 gearbeitet hat, wieder neu kennenzulernen. Seit 20 Jahren ist die 39-Jährige Krankenschwester, vor rund 13 Jahren hat sie sich auf den Anästhesie- und Intensivbereich konzentriert. Die neue Praxisanleiterin hat nun schon viel Zeit damit verbracht, sich in den Rahmenplan für die Ausbildung einzulesen und den Einsatzplan für die Azubis zu erstellen. Sie ist für die Kliniken und den praktischen Teil zuständig, während Heike Horn in der MBN die Theorie im Auge hat. Horn hat mit ihrer Arbeit dort am 1. April dieses Jahres begonnen und ist ebenfalls gelernte Krankenschwester. Nach einer Weiterbildung zu OP-Fachschwester war sie lange selbst Praxisanleiterin.

Infotag zur neuen Ausbildung


Am 8. Juli wird die neue Berufsausbildung in den Ruppiner Kliniken vorgestellt. Dann geht es ab 13 Uhr um die Zukunft der Pflege. Angeboten werden neben verschiedenen Informationen unter anderem auch Rundgänge.

Der Treffpunkt an diesem Tag ist vor dem Hauptgebäude. Von dort aus wird dann alles koordiniert.

Am 21. August wird es einen zweiten solchen Info-Termin in den Ruppiner Kliniken geben. jvo