"Wir bemühen uns sehr intensiv um den Kontakt mit den Eigentümern", erklärte Neuruppins Baudezernent Arne Krohn am Donnerstagabend während der Sitzung des Bauausschusses. "Wir haben ihnen auch den mittlerweile eingetretenen Ernst der Lage verdeutlicht." Die Investoren seien gegenwärtig dabei, sich um eine Firma zu bemühen, die die denkmalgeschützten Gebäude mit einem Wetterschutz versieht. Über eine Rüstung soll ein Schutzdach aufgebaut werden. "Da sind mehrere Firmen eingebunden, die Kostenangebote einreichen mögen", erklärte Krohn.
Der Abgeordnete Nico Ruhle (SPD) kritisierte, dass die Neuruppiner in einer Zuschauerrolle verharren. "Wir wissen seit Jahren, dass dort wenig bis nichts passiert." Er bezeichnete die Gespräche zwischen Landkreis und Stadt gar als Ping-Pong-Spiel, bei dem keiner "Schuld daran gewesen sein will, dass das Gut verfällt".
Der Landkreis Ostprignitz-Ruppin hätte die Möglichkeit einer Ersatzvornahme, durch die die noch vorhandenen Fragmente des historischen Ensembles erhalten werden könnten. Diesen Schritt will die Kreisverwaltung bisher nicht gehen, wie Arne Krohn bestätigt. "Wenn es darum geht, hier irgendjemanden zu zwingen, muss ich ganz klar sagen, dann ist das eine Sache des Landkreises als Denkmalbehörde." Der Landkreis sehe das nicht so. Von dort hat Krohn die Mitteilung erhalten: "So schlimm es ist, wird man nicht jedes Denkmal auf Dauer erhalten können. Insbesondere dann, wenn es weitab jeder anderen Bebauung steht und auch keine Nutzung hat."