Das bestätigt Gregor Hamsch, Geschäftsführer der Gesamtkirchengemeinde Ruppin. "Bis auf die Chorfenster stammen die Fenster in der Klosterkirche aus den 1970er-Jahren", erklärt er. Erstere wurden in den 1990er-Jahren erneuert. Doch bei Letzteren, die zwischen 1974 und 1976 eingebaut worden sind, muss nun ebenfalls dringend Hand angelegt werden. "Sie sind einfach durch", so Hamsch. Eine ordentliche Finanzspritze für dieses Vorhaben hat die Kirchengemeinde bereits erhalten: Am 6. Mai hatte der zuständige Haushaltsausschuss des Bundestags Mittel in Höhe von rund 45 000 Euro für die Sanierung der unsanierten und schadhaften Fenster der Klosterkirche bewilligt (wir berichteten). Das Geld stammt aus dem Denkmalschutz-Sonderprogramm des Bundes.
Jede Menge Fenster
"Insgesamt 890 000 Euro wollen wir in die Klosterkirche investieren, inklusive des ersten Bauabschnittes, der die Seitenfenster im hohen Chor betrifft", sagt Gregor Hamsch. Sechs Fenster dort kosten allein rund 130 000 Euro. "Und im Hauptschiff in der Winterkirche gibt es noch mehr davon."
Die Elektrik muss die Kirchengemeinde ebenfalls dringend anpacken: Spätestens, wenn die Orgelerweiterung im Gotteshaus eingebaut wird, müssen die Leitungen auf einem neuen Stand sein. "Das gesamte elektrische System muss dann erneuert sein", so Hamsch.  Auch über eine andere Frage muss sich die Gemeinde Gedanken machen: Die Klosterkirche hat nur einen offiziellen Rettungsweg. Ein zweiter könnte laut Hamsch an der Winterkirche entstehen. "Unser Wunsch ist es, dort eine Lösung zusammen mit dem Denkmalschutz zu finden." Die Frage, wie ein behindertengerechter Zugang zur Winterkirche geschaffen werden kann, soll in diesem Zusammenhang ebenfalls eine Rolle spielen.
Bis zum Winter 2020 soll jetzt aber erst einmal an der Finanzierung und an der Absprache mit den Denkmalschützern in Sachen Fenstererneuerung gearbeitet werden. Auch ein Akustik- und Medienkonzept für die Klosterkirche soll erstellt werden. Gerade bei größeren Veranstaltungen werde immer wieder deutlich, dass an der Akustik in der Kirche dringend gefeilt werden muss, so Hamsch. Und auch die Lösung mit Leinwänden und Beamern, beispielsweise während der gut besuchten Weihnachtsgottesdienste, sei nicht wirklich ausgereift.
Lichtkonzept fehlt
Zwei Planer sind mit dem Erstellen der jeweiligen Konzept beauftragt worden: Ein Fachmann kümmert sich um Ton, Video und Veranstaltungsbeleuchtung. "In der Kirche gibt es fünf oder sechs Akustikzonen", so Hamsch. Diese unter einen Hut zu bringen, sei eine echte Herausforderung. "Es müssen 62,5 Meter vom Chor bis zur Rückwand überbrückt werden. Da kommt es zu Akustikverzögerungen", sagt der Geschäftsführer. "Und dann haben wir noch eine Lichtplanerin", so Hamsch. Auch in diesem Punkt gebe es noch einige Schwachstellen in der Klosterkirche. "Wir brauchen ein vernünftiges Lichtkonzept", erklärt der Geschäftsführer. Momentan seien beispielsweise die Seitenschiffe der Klosterkirche gar nicht beleuchtet. Hamsch hofft, dass beide Konzepte bis zum Winter 2020 vorliegen werden.
Fördermittel benötigt
Im Frühjahr 2021 könnte die Gemeinde mit der Fenstersanierung starten, wenn alles läuft wie geplant. Der Planer für die Elektrik müsste 2020 ebenfalls schon beginnen, damit rechtzeitig für die Orgelerweiterung feststeht, wo die Kabelschächte verlaufen müssen. "Und wenn man an den Boden rangeht, muss natürlich auch ein Bodendenkmalpfleger dabei sein", sagt Gregor Hamsch. Schließlich handle es sich um eine Klosterkirche.
Wann genau die umfangreichen Vorhaben in der Kirche beendet sein werden, ist laut Gregor Hamsch noch nicht klar. Das kommt auch darauf an, wie schnell die Kirchengemeinde Fördermittel bewilligt bekommt. "Unser Ziel ist es, einen vernünftigen Finanzierungsrahmen zu haben."

Die Klosterkirche und ihre Türme


Kloster und Kirche wurden im Jahr 1246 errichtet. Erst 1905 erhielt die Klosterkirche ihre beiden markanten Türme. Die Pläne zur Erweiterung des Gotteshauses stammten vom Königlichen Baurat Ludwig Dihm. 1907 wurde Richtfest gefeiert.1908 wurden die Türme feierlich geweiht. Mit dabei war auch Kronprinz Wilhelm von Preußen. red