Die Aktionsbündnisse gegen Gewalt, Rechtsextremismus und Fremdenfeindlichkeit sowie Neuruppin bleibt bunt wollen selbst Einiges tun, teilte Martin Osinski von Neuruppin bleibt bunt, einem der Veranstalter, mit. Wenn es doch zu Sitzblockaden und Auseinandersetzungen mit der Polizei kommt, schicken die Aktionsbündnisse selbst an dem Tag ein Team aus Persönlichkeiten ins Rennen, dass viel Erfahrung im Umgang mit Konflikten hat. "Mit diesem Team wollen wir dazu beitragen, schwierige Situation zu meistern", so Osinksi. Durch Gespräche könnten Situationen beruhigt werden, "in denen Demonstranten und Polizisten unterschiedlicher Auffassung sind".Dies könne vor allem beim Besetzen der Demonstrationsstrecke der Rechtsextremen der Fall sein. Laut den beteiligten Aktionsbündnissen werde "schon damit gerechnet, dass das versucht wird", hieß es. "Dann kommt es aber darauf an, dass alles im Rahmen des friedlichen Konsens bleibt - und auch die Polizei nicht unangemessen hart reagiert", teilte das Bündnis mit. "Die Polizei ist nicht unser Gegner. Die Beamten haben eine schwierige Aufgabe an diesem Tag. Wir wollen helfen, dass möglichst keine Fehler gemacht werden und sich die Lage nicht unnötig verschärft", heißt es in der Mitteilung weiter. Martin Osinski konkretisierte das noch: "Das Team wird nicht jede Dummheit mittragen. Die Grenze ist erreicht, wenn die Gesprächsbereitschaft abreißt." Die Antikonflikt-Truppe wird an orangefarbenen Westen zu erkennen sein.
Zum Schlichter-Team des Aktionsbündnisses gehören die Leiterin des Neuruppiner Oberstufenzentrums (OSZ), Uta Jolk, die Neuruppiner Pfarrerin Christiane Schulz, und die Leiterin der Geschäftsstelle des Aktionsbündnisses Brandenburg, Anna Spangenberg. Weitere beruhigend einwirkende Mitglieder des Teams sind die Psychologin Helene Weiß, Juristin Charlotte Thiem, Andreas Kosmalla vom Lokalen Aktionsplan und der frühere Superintendent des Kirchenkreises Wittstock-Ruppin, Heinz-Joachim Lehmann.
Dass es zu Zusammenstößen mit den Rechtsextremen selbst kommen wird, davon gehen die Veranstalter des Festes auf dem Schulplatz nicht aus. Die Neonazis werden nicht in die Innenstadt spazieren. Der dichteste Berührungspunkt könnte nach RA-Informationen das Fontane-Denkmal sein. "Wir werden auf dem Schulplatz, aber auch zwischen Rheinsberger Tor und Bernhard-Brasch-Platz ungestört und sicher demonstrieren können", ist sich Martin Osinski sicher.
Einen anstrengenden Einsatztag hat derweil die Polizei eingeplant. Aktuell wird weiter nur mit rund 1 000 Beamten zur Absicherung der neun Demos im Stadtgebiet gerechnet, die allein aus dem Land Brandenburg kommen, so Polizeisprecher Toralf Reinhardt auf RA-Nachfrage. Fast alle werden laut dem Sprecher auch erst am Sonnabend anreisen. "Um aber Kollegen der Polizeidirektion Süd, also dem Raum Cottbus, nach einem vielleicht langen Einsatztag nicht noch mehrere Stunden in Kolonne nach Hause fahren zu lassen, haben wir mehrere Unterkünfte in der Region angefragt und geblockt", so Reinhard. Die Übernachtungsmöglichkeiten lägen "im Fahrbereich einer Stunde". Sollten sie nicht benötigt werden, weil der Einsatz früher beendet ist, muss die Polizei trotzdem einen Teil bezahlen. Bei großen Demonstrationen sei das ein reguläres Vorgehen. Wegen des erwarteten warmen Wetters hat der Einsatzleiter auch die Getränkeration pro Beamten von zwei auf drei Liter Flüssigkeit erhöht.