Symbolisch gesprochen ist ihr Boot überfüllt. Das sagen die Organisatoren des Sommer-Camps vom Segelclub Lindow (SCL). Zwei Kurse bot der Verein an, 14 nahmen im ersten Durchgang teil, 26 im zweiten. „Das ist schon knirsch“, gesteht Arik Noack. „Wir spüren die Grenze der Ressourcen.“

Wegen Corona über mehrere Tage in einer Blase gelebt

Er ist einer von mehreren Trainern, die den Wissbegierigen an dieser Sportart eine 24-Stunden-Betreuung über mehrere Tage anbieten. Erschwerend kommt in diesem Pandemie-Jahr dazu, dass der SCL eine organisatorische Blase erschaffen musste. Wer das Campgelände betritt, der muss einen negativen Corona-Schnelltest vorweisen oder sich vor Ort der kurzen Prozedur unterziehen. Während des Camps wurden die Teilnehmer erneut getestet. „Alle mit negativem Ergebnis. Unter uns ist kein Schwarzes Schaf“, fällt Noack ein Stein vom Herzen. „Wir haben diesmal keine Veranstaltungen außerhalb des Areals angeboten, wie Eis essen oder Baden.“ Das bedeutet aber auch: Es wurde permanent eng auf dem Gelände am Gudelacksee. In Zelten wurde geschlafen, in den Vereinsräumen spielte sich ein Teil des Lebens ab. Und natürlich extrem viel auf dem Wasser. Arik Noack mit einem Augenzwinkern: „Auf dem Boot ist es natürlich nicht möglich, den Abstand zu halten.“

Segelclub bietet sein Camp zum fünften Mal an

Drei Optimisten und mehrere Mehrmannboote stellte der SCL den Teilnehmern zur Verfügung. In Letzteren hatte immer ein erfahrener Skipper die Hand am Steuer. In den Begleitbooten saßen die Trainer, mindestens drei, insgesamt fünf: Wilko Gerber, Rudi Mixdorf, Arik und Laurens Noack oder auch Martin Droll. „Unser Verein bot dieses Camp zum fünften Mal in Folge an. Zwar kommen einige aus dem Großraum Berlin, aber auch aus der Region. In jedem Jahr bleibt etwas für den Club hängen.“ Will heißen: Das Werben mittels Sommercamps trägt Früchte. Von einer Handvoll junger Segler spricht der Campleiter über die Sieben- bis 17-Jährigen.

Einige Teilnehmer sogar zweimal am Start

Mit Spielen im, auf und am Wasser zog der SCL den Nachwuchs ebenso in seinen Bann wie mit den Ausfahrten, den Übungen, den Manövern oder auch nur mit dem Wind um die Nase wehen lassen in einem der schnellen Begleitboote. Einige aus dem ersten Kurs „kohlten“ vor Begeisterung kurzentschlossen auf. In Absprache mit dem SCL und den Eltern wurde die zweite Woche rangehangen – darin liegt das Explodieren der Teilnehmerzahl begründet.
Ob es eine sechste Auflage des Sommer-Segel-Spaß-Camps geben wird, steht in den Sternen. Denn dem Club droht der Verlust des Steges. Mitte August entscheidet das Landgericht Neuruppin über die Besitzverhältnisse des Herzstücks eines Wassersportvereins.