Kleinere Konzerte
Die Einschnitte, die mit der Pandemie kamen, ließen es nicht zu, die geplanten Veranstaltungen in diesem Jahr zu realisieren. "Am liebsten hätten wir wenigstens die Operngala gemacht", berichtet der künstlerische Direktor der Musikkultur Rheinsberg, Professor Georg Quander. Doch auch das wäre nur im Kleinformat möglich gewesen und der eigentlichen Intention der Gala nicht gerecht geworden. Daher wurde umdisponiert. Acht Preisträger- und zwei Serenadenkonzerte können Besucher stattdessen im Sommer erleben, beginnend ab dem heutigen Sonnabend (siehe Infokasten). "Dort sind Stücke zu hören, die für einen kleineren Rahmen geschrieben wurden", so Quander, darunter etwa Schuberts "Schöne Müllerin".  Gesanglich verlangt diese Umstellung den Sängern eine Umstellung ab. "Das ist eine große Herausforderung, weil die Stücke ganz andere Anforderungen haben als eine Opernarie." Eine Oper soll es aber dennoch geben: und zwar mit "Hänsel und Gretel" in der Weihnachtszeit. Diese wird in einer eigens auf Rheinsberg zugeschnittenen familienfreundlichen Fassung nur rund 70 Minuten lang sein.
Neben den Preisträgerkonzerten gibt es auch zwei Serenadenkonzerte, eines mit der Akademie für Alte Musik Berlin und eines mit der Kammerakademie Potsdam. Für Quander ist das die beste Lösung, um Konzerte mit orchestralem Charakter anbieten zu können, ohne ein komplettes Orchester zu haben, was wegen der gebotenen Abstände nicht zu realisieren wäre, auch wenn die Konzerte im Schlosshof stattfinden. Das Theater ist den Sommer über zugleich Kino und Museum. Dort werden an den Wochenenden je zwei verschiedene Opernfilme bedeutender Filmschaffender gezeigt, moderiert von Knut Elstermann. Tagsüber aber können Besucher sich im Schlosstheater über die früher verwendete Technik und die  Geschichte sowie den Einfluss des Rheinsberger Theaters in seiner Blütezeit unter den Prinzen informieren.
Dass diese Ausstellung vergleichsweise kurzfristig organisiert werden konnte, ist neben einer Spende des Rheinsberger Kunst- und Kulturvereins vor allem der Sammelleidenschaft von Klaus Wichmann zu verdanken. Er sammelt schon seit Jahrzehnten Originale und Nachbauten früherer verwendeter Theatertechnik, die nun auch den Laien zugänglich gemacht wird. Besucher können dabei auch selbst einmal ausprobieren, wie sich etwa mit einer einfachen Vorrichtung und jeder Menge Erbsen das Geräusch von Regen simulieren lässt. Doch auch Beispiele früher eingesetzter Techniken bei der Gestaltung von Bühnenbildern oder Exemplare der ersten Scheinwerfer gehören zu dem Sammelsurium, das durch historische Aufnahmen aus dem Rheinsberger Haus vervollständigt wird.

Das Programm an diesem Wochenende


Konzert: Statt der Operngala gibt es in diesem Jahr die Preisträgerkonzerte im Schlosshof. Am Sonnabend, 4., und Sonntag, 5. Juli, sind von 17.30 bis 19 Uhr Martha Sotiriou und Zachary Wilson zu erleben, die mit Klavierbegleitung von Katharina Hinz Werke von Robert Schumann, Manuel de Falla sowie Ludwig van Beethoven darbieten werden. Die Tickets kosten 14 Euro.

Kino: Jeweils um 20 Uhr werden am Wochenende Opernfilme im Schlosstheater gezeigt – begleitet von einem Gespräch von Prof. Georg Quander und Knut Elstermann. Den Auftakt dazu macht am Sonnabend, 4. Juli, Ingmar Bergmans "Zauberflöte". Am Sonntag, 5. Juli, ist Franco Zeffirellis "La Traviata" an der Reihe. Tickets für die Vorstellungen gibt es ab zwölf Euro.

Ausstellung:Zwischen 14 und  17 Uhr am Sonnabend, 4. Juli, sowie 11 und 17 Uhr  am Sonntag, 5. Juli, kann die Ausstellung "Theaterdonner und Himmelslicht" im Schlosstheater besucht werden. zig