Von Lauf zu Lauf wuchs bei den Wittstocker Speedway-Fans die Zuversicht, dass im Heimrennen gegen Metalika Rawicz ein Sieg möglich ist. Ein dringend benötigter Sieg. Denn bislang zahlten die Wittstocker Wölfe bei ihrem Renn-Abenteuer in der 2. polnischen Liga vor allem Lehrgeld. Am Sonntag gab es jedoch etwas zu feiern. Unter großem Jubel der Fans fuhr das MSC-Team mit 54:36 Punkten den zweiten Heimsieg ein.

Wittstock lässt Celina Liebmann von der Leine

Bei den Gastgebern rutsche an diesem Renntag Celina Liebmann ins Fahreraufgebot. Sie betonte vor dem Rennen, wie sehr sich darüber freue, eingesetzt zu werden. „Ich brenne förmlich aufs Fahren“, funkelten bei der 18-Jährigen die Augen. Celina Liebmann ist die zweite Frau, die in der polnischen Liga Rennen fährt. Liebmann konnte jedoch keine Punkte zum Heimsieg beisteuern, denn gleich zweimal spielte ihr die Defekt-Hexe am Start einen Streich, und bei ihrem letzten Einsatz kam sie als Vierte ins Ziel, was null Punkte einbringt.

Fienhage dreht mächtig auf und hat WM-Titel im Auge

Ganz anders sah das bei Youngster Lukas Fienhage aus. Das große MSC-Fahrertalent unterstrich mit seinen 14 Punkten seine derzeit herausragend gute Form und sein fahrerisches Können. Fienhage hat am kommenden Wochenende die Chance, Weltmeister auf der Langbahn zu werden. Das Finale findet am Sonnabend im polnischen Rzeszow statt.
Stark ins Rennen startete auch Wiaczesław Monachow, der sich in seinem Heat ein umkämpftes Duell gegen Keynan Rew um Platz zwei lieferte und am Ende nach vier Runden zusammen mit Teamkollege Steven Mauer ein klassisches 5:1 herausfuhr. Anschließend musste Monachow jedoch zwei Ausfälle hinnehmen, die dem Team wertvolle Punkte in der Gesamtbilanz kosteten.
Im besser präsentiert sich Sandro Wassermann. Der 22-Jährige zeigte am Sonntag laut MSC-Chef Frank Mauer eine „absolute Top-Form. Er war sehr entschlossen und konnte mit tollen Fights vollkommen überzeugen.“

Gastfahrer Lambert überzeugt

Gastfahrer Robert Lambert, amtierender Speedway Europameister, begann das Heimrennen mit einer Disqualifikation als er ins Startband fuhr. Doch er hakte diesen Fauxpas schnell ab und zeigte in den folgenden Heats, warum ihn die MSC-Verantwortlichen ins Team holten. Lambert gewann seine Läufe souverän.
Am Ende siegten die Wittstocker Wölfe verdient gegen Metalika Recycling Kolejarz Rawicz mit 54:36 Punkten.
„Dieser Sieg ist gut für das Team und die Moral innerhalb der Mannschaft“, atmete Clubchef Frank Mauer erst einmal durch. „Wir wachsen im besser zusammen. Ich möchte hier in Wittstock mit unseren jungen Talenten wirklich etwas aufbauen und den Speedwaysport in Deutschland etwas voranbringen. Vielen Dank auch an die vielen Fans, die uns bei jedem Rennen großartig unterstützen.“
Das nächste Rennen steht für die Wölfe am 3. Oktober an, dann fahren sie beim RzTZ Rzeszow. Auf dem Heidering knattern dann am 9. Oktober wieder die Motoren. Die Wölfe empfangen Poznan.

Wittstock (54 Punkte): Monakhov (2), Wassermann (11), Mauer (11), Koscielski (4), Lambert (12), Liebmann (0), Fienhage (14)

Rawicz (36 Punkte): Rew (10), Pawlak (0), Kajzer (2), Rowe (8), Balinski (7), Pludra (7), Sadurski (2)