Zwei Wochen nach den Herbstferien haben die Grund- und die Oberschule in Fehrbellin sowie die Grundschule in Wustrau ihren ersten Spendenlauf absolviert. Unter dem Motto „#HilfefürLibanon“ haben sie mit jeder gelaufenen Runde Geld gesammelt, mit dem nach der verheerenden Explosion in Beirut die Menschen dort unterstützt werden sollen.
Am 4. August dieses Jahres brach bei Schweißarbeiten im Hafen der libanesischen Hauptstadt ein Feuer in einem Lager mit Feuerwerkskörpern aus. Deren Explosion löste eine Detonation von 2750 Tonnen Ammoniumnitrat aus, die in der Nähe deponiert waren. Die Druckwelle sorgte für Zerstörungen in weiten Teilen des Stadtgebiets.
Die Schulsozialarbeiter der drei Bildungseinrichtungen hatten schon länger geplant, einen jährlichen Spendenlauf für gute Zwecke zu organisieren. Nach der Katastrophe im Libanon war schnell klar, wohin die Erlöse der Erstauflage gehen sollten.

3673 Runden absolviert

Den Auftakt zum Spendenlauf machten die Schüler der vierten bis sechsten Klassen der Fehrbelliner Grundschule. Sie liefen an zwei Tagen im Gutspark der Rhinstadt. Die Jugendlichen der Oberschule hatten weniger Glück mit dem Wetter. Sie mussten ihren Lauf in die Turnhalle verlegen. Den Abschluss machten in der vergangenen Woche die Wustrauer Grundschüler. Sie konnten die hauseigene Crosslaufstrecke der „Grünen Schule“ nutzen. Wie der Schulsozialarbeiter Timo Prenzler mitteilte, haben die Kinder und Jugendlichen in den vergangenen zwei Wochen insgesamt 3673 Runden zu je einem halben Kilometer absolviert. Sie haben also mehr als 1800 Kilometer zurückgelegt. „Das entspricht fast der Luftlinie Berlin-Madrid. Eine unglaubliche Leistung und nur durch die Motivation der Kinder zu erbringen“, so Prenzler.

Schwere Vorbereitung

Die Organisatoren des Spendenlaufs haben sich bewusst dafür entschieden, keine Einzelleistungen hervorzuheben, weil nicht der Wettbewerbsgedanke im Vordergrund stehen sollte, sondern das gemeinsame Ziel, etwas Gutes zu bewirken.
Das Team musste für den Spendenlauf einige Widrigkeiten bewältigen. So wollten viele Eltern, Großeltern und Freunde die Kinder anfeuern. Wegen der Eindämmungsverordnung musste dies jedoch ausfallen. Die Läufe durften zudem nur in geschlossenen Klassenverbänden und unter Sicherheitsauflagen stattfinden. „Wir hatten oft Zweifel, ob wir den Lauf komplett schaffen werden. Am Ende sind wir froh, dass jeder Läufer seine Chance erhalten konnte“, so Prenzler.

Viele Spenden gesammelt

Der Sozialarbeiter hatte bereits im Vorfeld viele Klinken geputzt, um Spenden bei Unternehmen und Privatpersonen einzuwerben. Zudem stand im Schulgebäude eine Spendendose. Die Sparkasse Ostprignitz-Ruppin hatte darüber hinaus im Vorfeld eine große Spende zur Motivation bereitgestellt. Wie viel Geld zusammengekommen ist, möchte Prenzler noch nicht verraten. Denn viele Spender warten noch auf die Laufkarten mit den absolvierten Runden. Zudem wird noch weiterhin Geld gesammelt. Das Spendenkonto zu der Aktion ist noch bis Freitag, 15. November, geöffnet.
Die Initiative Jugendarbeit Neuruppin (IJN) als Träger der Fehrbelliner Schulsozialarbeit nimmt die Spenden entgegen. Sie können auf das Konto IJN e.V., IBAN: DE64 1605 0202 1820 0026 39 mit dem Verwendungszweck „Spende Libanon Fehrbellin“ überwiesen werden.