Oft genug wird der Neuruppiner Verwaltung vorgeworfen, nicht weit genug vorauszuplanen. Zumindest bei der Sanierung der Alt Ruppiner Anna-Petrat-Straße kann man das aber nicht machen. Um nicht nach einigen Jahren wieder an der Strecke aktiv werden zu müssen, geht die Stadtverwaltung in ihrer Planung deutlich weiter als der Ortsbeirat sich das gewünscht hatte.
Der hatte nämlich vor allem erreichen wollen, dass der Gehweg in einen ordentlichen Zustand gebracht wird. Doch bei der Planung dafür wird auch die Fahrbahnsanierung im östlichen Teil der Straße mitberücksichtigt. Im Bauausschuss wurden nun erstmals zwei Ausbauvarianten vorgestellt, zwischen denen sich die Abgeordneten entscheiden müssen. Die Unterschiede sind aber eher kosmetischer Natur, und auch von den Kosten unterscheiden sich die vorgestellten Pläne kaum.

Hauptsächlich geht es um die Lage des Gehwegs

Der Hauptunterschied ist die Lage des Gehwegs. Auf dem westlichen Stück verläuft dieser direkt an den Grundstücken und wird zur Straße hin von einem Grünstreifen getrennt. Denkbar wäre aber auch, den Gehweg an die Straße zu legen und den Grünstreifen dann direkt an den Grundstücken zu haben. Die Kosten dafür sind sind laut den Schätzungen in der aktuellen Planungsphase nahezu identisch.
Rund 1,35 Millionen Euro würde der Ausbau auf der gesamten Strecke bei der Variante 1 kosten, bei der anderen geht die Verwaltung von 1,38 Millionen Euro aus. Der Gehweg selbst kostet in den beiden Versionen entweder rund 435.000 Euro oder rund 471.000 Euro. Anliegerbeiträge für den Straßenausbau sollen nicht fällig werden. Nur für die Auffahrten, die angepasst werden, müssten Anwohner zahlen.

Auch neue Beleuchtung soll installiert werden

Der Gehweg soll auf einer Breite von 1,2 Metern mit Betonsteinpflaster ausgebaut werden. „Die Einmündungen werden barrierefrei gestaltet“, versicherte Norman Gröer vom Bauamt der Stadt, der die Pläne vorstellte. Auch neue Beleuchtung soll im Zuge der Sanierung installiert werden. Doch vor allem soll die Entwässerung der Straße sinnvoll gelöst werden. Bislang kommt es bei stärkeren Regenfällen im östlichen Teil der Straße, die stark abschüssig ist, immer wieder zu Überschwemmungen, berichtete das Alt Ruppiner Ausschussmitglied Markus Kaluza.

Zeitplan der Umsetzung hängt von Stadtverordneten ab

Einen Zeitplan für den Ausbau gibt es noch nicht, so Gröer. Zuerst müssen die Stadtverordneten sich nun für eine der beiden Varianten entscheiden, bevor diese für den nächsten Schritt vorbereitet wird: die Entwurfsplanung. Zudem soll es dann eine Anliegerversammlung geben, bei der die Alt Ruppiner, die direkt an der Straße wohnen, über alle wichtigen Details informiert werden. Eine Entscheidung gab es dazu im Bauausschuss noch nicht, wohl aber eine Abstimmung, die ein Stimmungsbild vermitteln sollte. So wurde in dem Gremium die erste Variante favorisiert. Kaluza begründete das unter anderem damit, dass so für Kinder, die den Gehweg benutzten, wegen des größeren Abstands zur Fahrbahn mehr Sicherheit gegeben sei.

Vorausschauende Planung gelobt

Für die Vorgehensweise der Verwaltung gab es Zustimmung von Kaluza. „Ich finde es lobenswert, dass man gleich weiterdenkt und mitplant“, sagte er im Bauausschuss. Er regte zudem an, Geld für die weiteren Umsetzungsschritte in den nächsten Jahren mit in die Haushaltsplanung aufzunehmen. Andernfalls könne es geschehen, dass die Planung trotzdem wieder angepasst werden müsse, wenn zu viel Zeit vergangen sie, sagte er.
Der Ortsbeirat hatte jahrelang darum gekämpft, dass der Gehweg an der Straße saniert wird. Nach zähem Ringen war ein Teil der Kosten schließlich in den Haushalt für dieses Jahr mit aufgenommen worden.