Viel Verständnis und gute Worte, aber weder Geld noch eine feste Zusage hatten Neuruppins Stadtverordnete am Montagabend für den Wunsch aus Radensleben, dass die Straße endlich in einen vernünftigen Zustand gebracht wird, inklusive Beleuchtung und Gehweg. Denn all das gibt es in dem Neuruppiner Ortsteil nicht. Und das nicht, weil nie nachgefragt wurde – im Gegenteil. Seit vielen Jahren kämpfen die Radenslebener unermüdlich für ihre Forderung. Doch immer, wenn sie einer Lösung näher zu kommen scheinen, entpuppt die sich wieder nur als Fata Morgana.

Neue Ortsvorsteherin Ludwig bleibt am Ball

Diesen Eindruck könnte auch Redenslebens neue Ortsvorsteherin Anita Ludwig haben, die am Montag erst ihre Ernennungsurkunde überreicht bekam. Sie ist entschlossen, den Kampf ihres Vorgängers Hardy Richter für eine bessere Dorfstraße fortzuführen. „Es ist kein neues Thema“, sagte sie den Stadtverordneten. „Wir haben viele ältere Leute im Dorf. Doch sie kommen mit dem Rollstuhl oder dem Rollator nicht einmal zum Bäcker.“ Auch die Sicherheit der Kinder auf dem Weg zum Bus sei vor allem in der dunkleren Jahreszeit nicht gegeben. Zudem gebe es in Teilen noch immer keine Anschluss ans Abwassernetz. „Es wird Zeit, dass in Radensleben etwas passiert“, fasste sie ihre Forderungen zusammen.

Straßensanierung soll 1,7 Millionen Euro kosten

Dass jahrzehntelang nichts an der Straße gemacht wurde, hat seinen Preis. Mit Kosten von rund 1,7 Millionen Euro sind die Arbeiten verbunden, die sich Radensleben wünscht. Natürlich riefen derartige Kosten Warnrufe von mehreren Seiten hervor. „Das würde den Haushalt überstrapazieren“, machte Bürgermeister Jens-Peter Golde (Pro Ruppin) klar. Er bezeichnete das Ringen um die Straße als „neverending story“, also als unendliche Geschichte, und erinnerte daran, dass die Stadt schon einmal kurz davor gewesen sei, zu bauen. „Dann wurde aber die Hürde von der Denkmalschutzbehörde so hoch gelegt“, so Golde.

Stadtwerke Neuruppin sollen einspringen

Daher verwies der Bürgermeister auf die Stadtwerke, die in ihrem Wirtschaftsplan fürs kommende Jahr schon Vorhaben wie die Beleuchtung und den Anschluss ans Abwasser entlang der Straße aufgenommen haben. „Die Stadtwerke würden auch die Planung vorantreiben, auch für die Straße, weil sie ja sowieso planen müssen“, versprach Golde weiter. Baudezernent Arne Krohn hingegen dämpfte die Erwartungen an schnelle Bauvorhaben. So könne allein die Planung möglicherweise bis 2022 dauern, sagte er.

Mittelfristig soll die Stadt das Vorhaben einplanen

Das alles geht schon mindestens zwei Legislaturperioden“, mahnte der Linken-Stadtverordnete Ronny Kretschmer. „Die Linke wird darauf dringen, dass in der mittelfristigen Finanzplanung Mittel dafür eingestellt werden“, kündigte er an. „Es muss ein Beginn gemacht werden und es bedarf der Verbindlichkeit. Die Leute fühlen sich ja verraten und verkauft in Radensleben.“ Zustimmung für seine Forderung kam auch von anderen Parteien. Am Ende wurde der Beschluss über den Antrag des Radenslebener Ortsbeirats mit dem Verweisen in die Ausschüsse aber auf die Sitzung der Stadtverordneten im Dezember verlegt. Und damit ist eine fast schon greifbare Lösung wieder einmal ein Stückchen weiter in die Ferne gerückt.