Bisher herrschte in Neuruppin eine mitunter kuriose Situation. An einigen sanierten Straßen – der Engels- oder auch der Schinkelstraße – mussten Autofahrer ihre Wagen wegen der Kehrwoche umparken, obwohl gar keine Kehrmaschine auf diesen Strecken fahren darf. Nun will die Verwaltung das mit einer Änderung der Satzung für die Straßenreinigung und den Winterdienst heilen.
Der Neuruppiner Bauausschuss hat der neuen Satzung schon zugestimmt. Gleich in Artikel 1 geht es darin um die Parkbuchten, die „aufgrund ihrer Bauweise von der Kehrmaschine nicht erfasst werden“ – wie es an den sanierten Strecken der Fall ist. Zwar soll die Maschine künftig weiterhin die Straßen selbst reinigen. Die baulich getrennten Parkbuchten sollen aber vom Halteverbot ausgenommen werden. Die Verwaltung plant, dass diese Bereiche zweimal jährlich per Hand vom Stadtservice sauber gemacht werden. Dann soll ein temporäres Parkverbot gelten und auch ausgeschildert werden.

Monatliche Reinigung soll ausreichen

Die Änderung der Satzung nutzt die Verwaltung auch, um die Reinigung anderer Straßen zu überdenken: Der Alte Stöffiner Weg, der Babimost-Ring, der Certaldo-Ring, die Heinrich-Rau-Straße und der Nymburk-Ring sollen herabgestuft werden, da dort laut Rathaus eine monatliche Reinigung ausreicht. Öfter als bisher sollen dagegen die Straßen beziehungsweise Geh- und Radwege Hugo-Eckener-Ring, Kommunikation, Lilienthal-Ring, Zur Mesche zwischen Kreisel und Wendeschleife sowie Teile des Uferweges gereinigt werden.
Beim Winterdienst sollen nun die Strecken Am Fehrbelliner Tor, Hugo-Eckener-Ring, Sonnenallee, Teile des Uferwegs und Zur Mesche, ebenfalls zwischen Kreisel und Wendeschleife, geräumt und gestreut werden. Das liegt laut Verwaltung daran, dass die Wege und Straßen recht oft genutzt werden, auch von Bussen der Stadtlinie.

271 Kilometer eingespart

Durch die Änderungen wird der Stadtservice rund 271 Kilometer weniger in einer Saison fahren müssen, erklärte Norman Gröer, der Neuruppiner Sachgebietsleiter im Bereich Tiefbau. Kostenmäßig werden die Neuruppiner das merken, allerdings erst in zwei Jahren. Denn neue Bescheide erhalten die Bürger nicht. Und diese gelten immer erst rückwirkend für die vergangenen zwei Jahre, erklärte Gröer.