Rau hatte bei der vorigen Versammlung Beschlüsse beanstandet, die der Kita Dorf Zechlin 30000Euro und jener in Linow 5000Euro für dringende Sanierungsarbeiten einbringen sollten. Weil der Antrag von Frank-Rudi Schwochow (CDU) und anderen Abgeordneten sich auf den Haushalt 2012 bezog, dieser damals aber nicht zur Debatte stand, sei der Beschluss ungültig, hatte Rau mitgeteilt. Dies gelte auch für einen Zuschuss betreffs Arbeiten am Großzerlanger Gemeindehaus sowie für solche an mehreren Feuerwehr-Gebäuden.
Schwochow wiederholte am Mittwoch seine Anträge. Immerhin stünden die Mehreinnahmen aus der Konzessionsabgabe allemal zur Verfügung, mit denen die Ausgaben bezahlt werden sollen. Mit zwölf Stimmen bei neun Gegen-Voten und einer Enthaltungunterstützten die Abgeordnetendie Instandsetzung des Dorf Zechliner Kita-Waschraums. Die zahlreich erschienenen Eltern applaudierten. Die Feuerwehren fielen durch, das Gemeindehaus ebenfalls.
Am Ende aber blieb unklar, ob der Beschluss überhaupt etwas wert ist. Denn Rau betonte mehrfach, dass "eine Abstimmung zu diesen Themen heute nicht auf der Tagesordnung stand". Die Arbeiten an den beiden Kitas habe er gemeinsam mit Kämmerer Andreas Neubert allerdings schon im Haushaltsentwurf für 2013 verankert. Falls Rau die Beschlüsse beanstandet, wird die Kommunalaufsicht darüber zu entscheiden haben, ob sie zu Recht gefasst wurden.
Schon zu Beginn der Sitzung hatten sich die Eltern Luft gemacht. Eine Sprecherin vermutete Verschleppungstaktik. Die Verwaltung wolle die Kitas anscheinend überhaupt nicht unterstützen. Noch weiter ging ein Vater, der danach fragte, welche Schritte nötig sind, um einen Bürgermeister abzuwählen. Rau verwies an die für Wahlangelegenheiten zuständigen Mitarbeiter im Rathaus. Sie würden gern dazu Auskunft geben. Der Stadtverordnete Uwe Witt (Linke) setzte noch eins drauf. Rau solle doch bitteschön allen Abgeordneten die nötigen Unterlagen zuschicken. Witt: "Daran bin ich sehr interessiert." Witt wollte vor drei Jahren selbst Bürgermeister in der Prinzenstadt werden, räumte dann aber das Feld für Parteikollegen Freke Over, dem allgemein größere Chancen eingeräumt wurden. Schließlich gewann Rau, von dem sich anfangs viele Rheinsberger einiges versprachen.
Im zurückliegenden Halbjahr hat der Grabenkampf innerhalb der CDU, den sich Rau und Frank-Rudi Schwochow liefern, offensichtlich Spuren hinterlassen. Bekundete der Rathaus-Chef doch jüngst im Pressegespräch: "Vor drei Jahren hatte ich mir vieles anders vorgestellt."