"Die habe ich nach der Show bekommen", ist Leroy etwas stolz. Der 13-Jährige nimmt an der beliebten TV-Casting-Show teil und hat es, wie berichtet, mit dem Anastasia-Musical-Hit  "Journey to the past" in die nächste Runde geschafft. Seine Fans und Zuschauer dürfen jetzt gespannt sein, wie die Battles ausgehen, wenn Leroy eins zu eins gegen einen anderen jungen Sänger antritt. Anfang April wird diese Show im Fernsehen ausgestrahlt.
Seine Stimme schult der junge Neuruppiner, der 2019 mit seiner Band Joker den Fontane-Songcontest gewonnen hat, regelmäßig weiter. "Ich singe eigentlich jeden Tag", sagt er. Am liebsten dann aktuelle Titel, die im Radio gespielt werden. "Leroy hat schon immer gerne gesungen", verrät seine Mutter. Es sei gar nicht lange her, da habe sie ein Video entdeckt, wie ihr Junior in der Küche mit seiner Voice-Kids-Box gesungen hat. Heute läuft das natürlich alles viel professioneller – zum einen bei der Probe mit Hans Bröge und der Band Joker in der Jugendkunstschule, zum anderen im privaten Gesangsunterricht. Der findet nicht erst seit der Corona-Krise online – über das Internet mit Kamera und Mikrofon  –  statt. "Meine Gesangslehrerin hat im Dezember die Musikschule verlassen", sagt Leroy über Inga Philipp aus dem Nachbarkreis Oberhavel. Regelmäßige treffen sind seit Januar aufgrund der Entfernung nicht mehr möglich. Die Zusammenarbeit mit ihr wollte er aber nicht aufgeben. "Sie hat seine Stimme sehr geprägt und ihn gefordert", weiß Mutter Doreen Biemann.
Wenn Leroy und Inga Philipp verabredet sind, baut der 13-Jährige die gesamte Technik in seinem Zimmer auf – direkt vor dem Voice-Poster. Dann musizieren sie gemeinsam. Inga Philipp gibt die Anweisungen und begleitet ihn am Klavier. "Das ist sehr schwierig", sagt Inga Philipp. Sie nutzt für den Online-Unterricht zwar ein spezielles Programm. Aufgrund von Verzögerungen oder einer Belastung des Datennetzes können beide Seiten oft nicht ganz synchron musizieren: "Ich muss dann immer minimal vor dem Schüler spielen. Das ist relativ anstrengend", so Philipp, die neben ihrer freiberuflichen Tätigkeit auch in Oberhavel an einer Musikschule tätig ist und mit Saxophonist Noah Fischer, der unter anderem mit Udo Lindenberg und Yello spielt, gemeinsam auf der Bühne steht. Mit Leroy trainiert sie vor allem Gesangstechnik, weil sie diese als grundlegend erachtet. Erst danach kommt die Literatur. Auch Leroys Voice-Hit "Journey to the past"  hatte sie mit dem jungen Neuruppiner mehrfach geprobt.
Leroy sei ein absolutes Gesangstalent, selbst wenn Talent häufig nur zehn Prozent des Erfolges ausmacht, schätzt Inga Philipp ein. "Er weiß aber genau, was er will. Und das ist ganz wichtig. Leroy macht jede Übung mit, sogar wenn er die ganz komisch findet. Das macht das Proben aber einfacher", sagt seine Gesangslehrerin. Zudem sei Leroy die Erwartung seines Umfelds erst einmal egal, wenn er sich für etwas begeistert und etwas erreichen möchte.
Seine Berufswünsche hat der 13-Jährige auch schon eingegrenzt: Sänger oder Make-up-Artist, der je nach Auftrag Schauspieler, Fotomodelle oder  Bräute professionell schminkt. Für eine Bühnenkarriere hat er jetzt einen Grundstein gelegt.  "Das sind beides Dinge, die für mein Lebens sehr wichtig sind", so Leroy. Aus seiner Vorliebe für Glamour und Schminke macht der Neuruppiner kein Geheimnis, sondern geht damit sehr offensiv um. In seinem Zimmer hat er seinen eigenen Schminktisch. "Das ist mein liebster Platz in meinem Zimmer, an dem ich mir gerne die Zeit vertreibe. Hier kann ich mich einfach entspannen", sagt Leroy und zieht ein großes Fach auf, in dem viele Schminksachen liegen. Begonnen habe seine Vorliebe für das Schminken in früher Kindheit, als er sich noch gerne verkleidete. Heute zeigt er sich geschminkt und gestylt nicht nur auf der Bühne, sondern auch in den sozialen Medien wie Instagram, wo er mehr bereits als 1 000 Fans hat.
Sein Hobby, das auf ältere Menschen vielleicht befremdlich wirkt, kommt in seiner Altersklasse aber gut an. "Meine besten Freundinnen unterstützen mich auch, und ich darf sie auch mal schminken", sagt er. Es gebe aber Leute, die "mal Beleidigungen raushauen. Aber das ist dann halt egal", sagt Leroy. Genau diese Einstellung ist es, die seine Gesangslehrerin Inga Philipp an ihm bewundert und die seine Eltern dafür lobt, dass sie ihn beim Erreichen seiner Ziele unterstützen und ihm keinen Strich durch die Rechnung machen, um fremden Ansprüchen zu genügen. "Wenn man sich etwas vornimmt und einen großen Traum hat, soll man sein Ding auch durchziehen", rät der 13-Jährige jedem, sich nicht für andere verbiegen zu lassen.