Der Theatersommer Netzeband trotzte am Sonntag zum Abschluss seiner Saison 2020 Regenfällen und kühlen Temperaturen. Die beiden abschließenden Vorstellungen von „Aschenbrödel“ fanden im Park ebenso statt wie der traditionelle Natur- und Kunstmarkt. Die Besucher behalfen sich mit Wettercapes und Regenschirmen.

Infos zum Atomendlager

Gut 20 Händler präsentierten auf der weitflächigen Wiese ihre Waren. Alena Fisseks Angebot hieß Information. Die Vertreterin der Initiative „Ausgestrahlt“ stand neben einem gelben Dixi-Klo, auf dem das Zeichen für atomare Strahlung prangte. Das Wohnhaus ihrer Familie im Nachbarort Katerbow stehe direkt auf dem Salzstock, der für ein atomares Endlager des Bundes infrage kommt, sagte sie. Das gesamte Auswahlverfahren sei zu wenig transparent, schilderte sie ihre Bedenken. Falls schließlich der Salzstock unter Katerbow und Netzeband als Endlager ausgewählt würde, wäre dies sehr zum Schaden der Tourismusregion. Gespannt erwartet sie die für den Wochenanfang angekündigte Liste mit den noch im Auswahlverfahren verbleibenden Standorten.

Eine Leidenschaft für Whiskey

Mit Natur, aber ganz anders, hatte auch die Offerte von Dirk Hennrich zu tun. Er betreibt den „Whisky Market Berlin“. Hinter ihm aufgereiht standen Flaschen mit Hochprozentigem. Vom wohlig-malzigen Whisky ist er seit Jahrzehnten ebenso fasziniert wie von Schottland, wo das Getränk in erster Linie produziert wird. 38 Jahre sei sein ältester Whisky gereift, sagte er und nahm die Flasche mit dem wertvollen Inhalt in die Hand: „Leider haben wir heute auch schottisches Wetter, aber das ist nicht schlimm.“

Bilder aus El Salvador und Italien

Esael Araujo Funes und Eduardo San Camillo haben großformatige, teils sehr bunte Gemälde mitgebracht. Der El Salvadorianer und der Italiener leben und arbeiten im Schloss Berlitt bei Kyritz, wo sich einige Künstler ein Domizil geschaffen haben. Für den Regen könne ja niemand, sagte Funes. Es hätten trotzdem schon einige Besucher Interesse an den Gemälden gezeigt.

Suppen vom Jugendprojekt

Deftige Suppen und Chili con Carne hatten die jungen Hobbyköchinnen und -köche vom Stand eines Rägeliner Jugendprojektes im Angebot. Sie kamen ursprünglich aus Guinea, Kampuchea und Kenia nach Deutschland und haben bei den angebotenen Kreationen kulinarische Ideen aus ihren Heimatländern einfließen lassen.

Aschenbrödel spielte parallel

In einiger Entfernung, weiter südlich im Park, fand die Märchen-Aufführung statt. Geräusche von dort drangen kaum bis zum Markt. Die Geräusche vom Markt störten das Theater ebenso wenig.