Zwar hat Alexandra Pommerening, die insgesamt 18 Masken für alle Rollen angefertigt hat, diese schon im Vorfeld so weit wie möglich an diejenigen angepasst, die sie später tragen sollen, erklärt sie. "Jetzt geht es eher um die Feinabstimmung", sagt sie. So lassen sich die Masken beispielsweise mit Schaumstoff noch nach oben oder unten ausrichten. Doch sie möchte sicherstellen, dass alles funktioniert. "Wie die Masken passen, lässt sich vorher nur schwer berechnen. Das sitzt bei jedem anders."
Die Maske muss sitzen
"Durch die Gaze vor den Augen sieht man sowieso weniger, ist dann vielleicht noch geblendet vom Licht. Wenn die Maske dann noch falsch sitzt, ist alles vorbei", berichtet Schauspieler Hans Machowiak, der als erster an der Reihe ist, seine Maske auszuprobieren, warum ein guter Sitz der Masken notwendig ist. Er spielt in dem Stück, das in Spanien Anfang des 20. Jahrhunderts spielt, den Leonardo. Seine Figur ist es, die mit ihrem Besuch kurz vor der geplanten Hochzeit die Gefühle der Braut für den ehemaligen Verlobten entfacht. Noch am Hochzeitstag verlässt die von Daria Monciu gespielte Frau ihren Bräutigam und reitet mit dem früheren Geliebten davon. Daraufhin beginnt das gesamte Dorf, nach ihr zu suchen. Die Tragödie, in der Familienehre mehr wiegt als Gefühle, findet schließlich in einem blutigen Kampf ihr Ende. Eben diesem Ende verdankt das 1933 geschriebene Stück auch seinen Namen.
Doch bevor am Inhalt gearbeitet werden kann, tauchen am Mittwoch die Schauspieler nacheinander im Dachgeschoss der Temnitzkirche auf und probieren ihre Masken auf. Unter ihnen finden sich auch mittlerweile fest zum Netzebander Theatersommer gehörende Namen wie Uschi Schneider oder Andreas Klein. Bislang sind alle Masken noch unbemalt. Doch schon allein dem groben Jutestoff, aus dem sie bestehen, lässt sich der Bezug zum einfachen Leben auf dem Land entnehmen. Und die Gesichtszüge der Figuren sind klar erkennbar, auch wenn ihnen noch die Kopfbedeckungen fehlen, die sie später zieren werden. Für den Stoff hatte sich Alexandra Pommerening bewusst entschieden – einerseits wegen der inhaltlichen Nähe, andererseits aber auch, weil sie als Schneiderin lieber näht. In den Jahren zuvor waren die Masken immer aus einer Art Pappmaché. Diesmal wird mit den Stoffvarianten etwas Neues probiert. "Ich habe dafür seit Anfang des Jahres ganz viele Gesichter studiert", berichtet Alexandra Pommerening über den Weg von der ersten Idee bis zur fertigen Maske.  Insgesamt waren es drei Monate, die sie dafür investiert hat.  Nachdem die Skizzen für die Gesichter angefertigt waren, galt es, ein erstes Muster aus dem Stoff anzufertigen und das Ergebnis ausgiebig zu testen. "Ich habe meinen Prototypen  unter die Dusche gehalten. Nachdem er wieder trocken war, hatte er immer noch seine Form", berichtet sie zufrieden.
Alexandra Pommerenings Arbeit ist aber noch lange nicht zu Ende. Mit den Anmerkungen der Schauspieler wird sie die letzten Änderungen vornehmen, die Nähte abdichten und dann auch Hüte und andere Schmuckelemente anbringen. Derweil beginnt für die Schauspieler die inhaltliche Arbeit am Stück. Einen Monat lang feilen sie nun unter Federführung von Regisseur Herbert Olschok an der Aufführung. Für manche ist das eine Doppelbelastung. Machowiak etwa ist auch für die Tonspur des Synchrontheaters verantwortlich und pendelt nun zwischen den Aufgaben hin und her.

Die Aufführungen der "Bluthochzeit"


Die Premiere des Hauptstücks findet am Sonnabend, 1. August, um 20.30 Uhr statt. Weitere Vorstellungen gibt es immer freitags und sonnabends am 7., 8., 14., 15., 21., 22., 28. und 29. August – jeweils ab 20.30 Uhr.

Tickets kosten in der Kategorie A im Vorverkauf 32,50 Euro, ermäßigt 28,50 Euro. An der Abendkasse sind es dann 35 oder ermäßigt 31 Euro. Für Kategorie B werden im Vorverkauf 28,50 Euro, ermäßigt 24,50 Euro fällig. An der Abendkasse kosten die Karten 31 Euro, ermäßigt 27 Euro. zig